<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319</id><updated>2011-06-01T22:53:03.449+02:00</updated><category term='Business'/><category term='Kiev'/><category term='Russland'/><category term='Grenze'/><category term='Moskau'/><category term='Politik'/><category term='Fahrrad'/><category term='Führerschein'/><category term='Xinjiang'/><category term='China'/><category term='Sibirien'/><category term='Transsib'/><category term='Lhasa'/><category term='Kasachstan'/><category term='Polen'/><category term='Tibet'/><category term='U-Bahn'/><category term='Olympia'/><category term='Mongolei'/><category term='Ukraine'/><category term='Trekking'/><category term='Irkutsk'/><category term='Warschau'/><category term='Peking'/><title type='text'>East Side Storys</title><subtitle type='html'>Reiseberichte von Jakob Steigerwald</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>18</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-7223085492533277715</id><published>2008-12-12T03:29:00.008+01:00</published><updated>2009-01-04T15:03:14.879+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peking'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Führerschein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><title type='text'>Führerschein zu Weihnachten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Um mich von brechend vollen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Fahrradfahren bei -10 °C und Wind made in Siberia zu emanzipieren beschloß ich vor einigen Wochen einen chinesischen Führerschein zu beantragen. In China gilt der europäische und der internationale nicht, man kann aber durch Vorlage des jeweiligen und dem Ablegen einer theoretischen Prüfung die chinesische Lizenz bekommen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kurz entschloßen machte ich mich auf den Weg zum Büro der Verkehrspolizei, einem monumentalen Wolkenkratzer am vierten Autobahnring. In der Eingangshalle wurde ich erst einmal wie so oft in China von der unvorstellbaren Masse überwältigt. Zig Schalter in einer Reihe, aus Mikrofonen schnatterte es in einem Fort, Leuchtschriften liefen die Wand entlang, und hunderte von Menschen die mit Papierkram beschäftigt sind. Bevor ich in der Masse der Wartenden untergehen konnte fing mich eine hübsche Empfangsdame ab und geleitete mich in das Foreign Affairs Office.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dort hieß es erstmal eine Hand voll Formulare ausfüllen, und zwar auf Chinesisch. Deshalb hatten die meisten Ausländer auch einen einheimischen Schreiber dabei. Dann wurde noch eine Übersetzung meines bestehenden Führerscheins verlangt, ich durfte aber selber übersetzen. Ich hoffe das chinesische Verkehrsministerium hat meinen Blog nicht abboniert, denn ab hier habe ich geschummelt. Zuerst einmal ging es nur um die Hubraumzahl des Mopeds in meinem Führerschein, die ich etwas nach oben korrigierte. Dann wurde ich ins Krankenhaus geschickt - Gesundheitscheck machen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Natürlich kann man von einem Krankenhaus in China nicht erwarten dass man alleine oder mit mindestens fünf Meter Abstand zum nächsten Hilfesuchenden am Empfangstresen steht. Sowas gibt es nur in Deutschland. Die Krankenschwester hinter der Theke schien aber völlig konzentriert und&amp;nbsp;geduldig den Leuten Auskunft zu geben, und zwar in einem Tempo der dem Menschenstrom absolut gewachsen war. Freundlich und in Sekundenschnelle bekam ich meine Antwort: "Turm B, 16. Stockwerk rechte Seite". Eines muss man wirklich sagen. Asiaten sind wenn es um die Bewältigung von so schwierigen Situationen geht wirklich effektiver als wir. Die Empfangdame in Deutschland hätte erst mal ihr "das hättest du aber wissen müssen" und dann ihr "das hab ich heut schon mindestens zehn mal gesagt" Gesicht aufgesetzt dass einem die Lust vergeht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Gesundheitscheck kostete nur einen Euro (den ich umständlicherweise 2 Stockwerke tiefer abgeben musste) und bestand eigentlich nur aus dem von mir so gefürchteten Sehcheck. Eigentlich sehe ich ja gut, nur wenn man mir das rechte Auge zuhält seh ich kaum noch was. Die Krankenschwester wies mich an ein Auge zuzuhalten und zeigte auf ein paar "E" auf einer Tafel, bei denen ich dann die Richtung der Füßchen angeben musste. Während sie mein (gutes) rechtes Auge abfragte merkte ich mir die Richtungen in dieser Reihe. Als mein (schlechtes) linkes Auge dran war konnte ich nur erkennen das wievielte Zeichen in der Reihe sie meinte, und verband das dann mit der Richtung die ich mir vorher gemerkt hatte - erfolgreich. Sie lobte meine guten Augen und hämmerte den gewünschten roten Stempel auf das Formular.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als letztes stand nur noch eine theoretische Prüfung an. Dabei handelt es sich um einen Computertest, der in insgesamt 8 Sprachen abgelegt werden kann - sehr komfortabel. Ich bereitete mich jedoch nicht auf die deutschen Fragen vor, da die Übersetzungen so viele Grammatikfehler enthielten dass man manchmal den Sinn nur schwer verstand. Bei den englischen war das etwas besser.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Hierbei stießen besonders Fragen zu Benimmregeln auf mein Interesse, hier einige Beispiele: "Der Fahrer verspürt während der Fahrt das Bedürfniss zu spucken, was ist erlaubt? A: Aus dem Fenster spucken, B: Auf den Boden des Fahrzeugs spucken oder C: In ein Taschentuch spucken das er dann ordnungsgemäß im Mülleimer entsorgt?" oder "Wenn ein Fahrzeug Gurte eingebaut hat, wie muss man sich verhalten? A: Anschnallen ist freiwillig, B: Fahrer und Beifahrer müssen sich anschnallen oder C: Die Gurte sind für Gebpäckstücke gedacht?" Bei letzterer Frage brauchte ich ersteinmal eine Weile um zu realisieren, dass die für mich richtige Antwort, nämlich alle anschnallen, gar nicht zur Auswahl steht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bei der Prüfung dann merkte ich recht schnell, dass ich mich für die falschen Fragen vorbereitet hatte, aus was für einem Grund auch immer. In diesem Fall war es fast unmöglich den Test zu schaffen, denn man brauchte 90% richtige Antworten. Doch auch hier half mir das Glück. Nach einer Viertelstunde Test zeigten auf einemal alle Computer einen Fehler an. Die Polizisten wußten nicht so recht wie sie damit umgehen sollten und wiesen uns an den Test erneut zu starten. Doch nach einer Viertelstunde kam derselbe Fehler wieder. Daraufhin teilten sie schriftliche Prüfungsbögen aus, auch jedem in seiner Sprache.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach dem ich meinen Bogen ordungsgemäß aber mehr geraten als gewußt ausgefüllt hatte warf der Polizist einen sehr ernsten Blick darauf, tat so als prüfe er stichprobenartig einzene Antworten (ich bin mir ganz sicher, dass er das nicht tat und auch kein Englisch verstand) während ich so tat als habe ich es ganz eilig und er möge doch bitte schnell den gewünschten roten Stempel drauf hämmern. Das tat er dann auch. Damit hatte ich meinen Führerschein. Auf der Suche nach Mietwagen im Internet fiel mir dann auf, dass es bei den meisten Anbietern den Fahrer kostenlos dazu gab, also du mietest ein Auto und wenn du willst bekommst du einen Fahrer kostenlos dazu.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-7223085492533277715?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/7223085492533277715/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=7223085492533277715' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/7223085492533277715'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/7223085492533277715'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/12/fhrerschein-for-free.html' title='Führerschein zu Weihnachten'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total><georss:featurename>Peking, China</georss:featurename><georss:point>39.9081726 116.3979471</georss:point><georss:box>39.3814791 115.4641091 40.4348661 117.33178509999999</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-3490573141899474100</id><published>2008-11-01T08:31:00.006+01:00</published><updated>2009-01-04T15:10:36.509+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peking'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='U-Bahn'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Business'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fahrrad'/><title type='text'>Schrei doch nicht so!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Das denk ich mir meistens auf meinem Weg zur Uni, und damit meine ich die öffentlichen Busse. Neben dem Busfahrer in Peking sitzt in jedem Bus noch eine Fahrkartenverkäuferin, die auch dafür zuständig ist im Bus und ausserhalb des Busses Ordnung zu schaffen. Beim Einsteigen drönt neben den automatischen Ansagen auf Chinesisch und Englisch ("Welcome to Beijing Bus line number 909") auch die Stimme der Busbegleiterin durch das Mikrofon: "Schnell, einstegen, Karte entwerten... nach hinten aufrücken, nach hinten rücken... he ihr da, rückt auf, schnell!"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Busse sind von innen sehr modern ausgestattet, mit Fernsehern und berührungslosen Fahrkartenentwertern, dennoch sind sie fast zu jeder Zeit brechend voll. Sobald der Bus losfährt geht das Geschnatter weiter: "Our next stop is Yonghegong Lama Temple, passengers please prepare to get off. Please leave the bus at the rear door. Please take care when you get of the bus. Thank you for taking Beijing Bus...".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch viel schlimmer ist das Ganze wenn man sich außerhalb des Busses befindet, zum Beispiel als Fahradfahrer im Verkehr. Da die Wirkung von Hupen im Pekinger Verkehr schon fast ganz ausgereizt ist haben die Busse Außenmikrofone, die zum Beispiel automatische Ansagen wie "Achtung, ich fahre in die Kurve - achtung, ich fahre in die Kurve..." aufsagen. Genügt das noch nicht um etwa einen widerspenstigen Fahrradfahrer aus dem Weg zu scheuchen hat die Busbegleiterin die Möglichkeit manuell etwas nachzuwürzen. Dazu schaltet sie ihr Mikrofon auf aussen und brüllt, dass es einem ganz schön durch die Ohren weht: "Weg da, weg da, schnell, wir müssen hier lang, achtung weg da...".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da vor den olympischen Spielen fast jeden Monat eine neue U-bahnlinie eröffnet wurde, ist das auch eine Alternative zum Bus geworden. Die U-bahnen sind die modernsten die ich je gesehen habe, viel besser als die bei uns in Europa. Allerdings leider auch meistens überfüllt (wie in Japan gibt es hier auch Bahnsteigaufseher, die die Leute in mit den Händen in die Züge drücken) und den Geräuschmüll wie im Bus muss man auch über sich ergehen lassen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-3490573141899474100?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/3490573141899474100/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=3490573141899474100' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/3490573141899474100'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/3490573141899474100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/11/schrei-doch-nicht-so.html' title='Schrei doch nicht so!'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-2543968758010938086</id><published>2008-09-19T05:51:00.008+02:00</published><updated>2009-01-05T11:57:12.601+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peking'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Business'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><title type='text'>Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Als ich eines Tages so mit Fang Fei durch Peking bummelte begegnete uns etwas, was in China eigentlich ganz normal ist. Es beschäftigte uns aber so lange, dass ich es hier festhalten möchte: Wir befanden uns auf einer ganz normalen Straße in einem durchschnittlichen Viertel Pekings. Der Gehsteig war auch hier mindestens 5 m breit und gesäumt von kleinen Buden und Geschäften denen grundsätzlich mehr Krach, Gerüche und Lichtgefunzel entströmt als man ihnen ihrer Größe nach zutraut.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Eingequetscht zwischen zwei Geschäften befand sich eine ungefähr 1 m breite Öffnung. Der dahinter liegende Raum genauso breit und ungefähr 4 m tief. Die Wände schwarz vor Ruß und Dreck, im Innern ein unüberschaubares Durcheinander. Man konnte einen großen Ofen ausmachen und einen schmalen Tisch. Dahinter zwei mehlige Gestalten die fleißig Teig kneten und ihn zu Fladen verarbeiten sowie eine Frau die die fertigen Waren an der 1 m breiten Theke verkaufte. Drei Leute auf 4 m², wovon mindestens einer für den Ofen war!&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Davor stand eine Schlange Leute die bis auf die Strasse reichte. Wir standen gute 20 min bis wir drankamen. Der Mann vor uns war auch noch so dreist alle vorhandenen Fladen zu kaufen plus die gesamte nächste Ladung. Wir kauften auch eine Ladung, d. h. ein Blech, einfache Fladen aus Mehl, Öl, Salz und Sesam. Ich kann jedoch nicht behaupten das lange Warten hätte sich nicht gelohnt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das ist wirklich sehr typisch für China. Nichts geht hier über die Qualität des Essens, und nur das Beste ist wirklich gut genug. Diese armselige Bude gehörte keiner Kette an, die sich etwa durch Werbung einen Namen verschaffen kann, sie hatte nicht einmal ein Namensschild. Allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda konnte sie so bekannt werden. Es gibt genügend solcher Buden an denen so gut wie niemand etwas kauft.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Man kann dieses Phänomen recht oft beobachten. Vor Restaurants nehmen Leute Stunden von Wartezeit in Kauf um dort zu essen (Szenen, die man bei uns nur von der Neueröffnung eines Mediamarktes kennt). Auch erkundigen sich viele Chinesen bevor sie in eine andere Stadt fahren bei Bekannten (oder neuerdings in Internetforen) welches dort das beste Restaurant ist, welches das berühmteste Gericht, wo man am besten was für eine örtliche Spezialität einkauft. Wenns ums Essen geht sollte man das nicht dem Zufall überlassen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gerade als wir auf unsere Fuhre Fladen warteten kam per Rikschakurier Nachschub an Rohstoffen: vier Säcke Mehl, zwei Kanister Öl, ein Sack Sesam, ein Sack Salz. Auf unsere Nachfrage bestätigten sie, dass das die Tagesration sei. Wir begannen zu rechnen. 8 Mao (der Preis für einen Fladen, entspricht ungefähr 7 Cent) mal 20 (so viele Fladen passen auf ein Blech) mal 30 (alle zwei Minuten ein Blech, bedeutet 30 Bleche in der Stunde) mal 10 Stunden am Tag ergibt 4800 Yuan Umsatz pro Tag. Davon kann man vier mal 800 Yuan monatliches Gehalt für die Angestellten (einer hat immer frei), 500 Yuan Miete mit Strom, jeweils durch 30 Tage, sowie Kosten für Rohstoffe und Sonstiges pro Tag von ca. 300 Yuan abziehen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das wären wir dann bei 4350 Yuan täglichem Gewinn, das sind gut 400 Euro pro Tag, oder 12.000 Euro pro Monat. Davon läßt sich als Besitzer so einer kleinen Bude schon leben, zumal die Investitionskosten nach einer Woche locker wieder drin sind. Einzige Bedingung, die Fladen müssen wirklich gut sein, nicht nur gut, es müssen die besten im ganzen Stadtviertel sein. Aber wie ihr seht kann man es auch in China vom Tellerwäscher zum Millionär bringen, man muss nur gut sein.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-2543968758010938086?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/2543968758010938086/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=2543968758010938086' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2543968758010938086'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2543968758010938086'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/09/das-land-der-unbegrenzten-mglichkeiten.html' title='Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total><georss:featurename>Peking, China</georss:featurename><georss:point>39.9081726 116.3979471</georss:point><georss:box>39.3814791 115.4641091 40.4348661 117.33178509999999</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-3111139753399162042</id><published>2008-09-18T03:33:00.011+02:00</published><updated>2009-01-05T11:58:42.560+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Trekking'/><title type='text'>Gefangen in den Bergen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Um 2:30 morgends wurden wir durch laute Stimmen und Taschenlampen geweckt. Uns rutschte das Herz in die Hose. Wir blieben mucksmäusschenstill liegen und warteten ab was passieren würde. Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns auf knapp 2900 m und 20 m unterhalb des Dongtai Gipfels, des höchsten Berges in der Provinz Hebei. Unser Zelt wurde von dem starken Wind gegen den Berg gedrückt, auch war unser Schlafplatz alles andere als eben, weich und warm. Aber stolz am vorherigen Tag 1600 Höhenmeter geschafft zu haben hatten wir bis dahin ganz gut geschlafen. Nur mit Menschen hatten wir beileibe nicht gerechnet.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Gruppe Männer umringte unser Zelt und begann daran zu rütteln. Schließlich gaben wir unseren stillen Widerstand auf und fragten was los sei. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Rettungstrupp handelte. Polizisten, Lastenträger, Bergretter und Sanitäter, insgesamt 10 bis 15 Mann. Sie erkundigten sich nach drei jungen Chinesen, die als vermisst gemeldet worden waren. Nachdem wir ihnen nicht weiterhelfen konnten sagte man uns wir könnten weiterschlafen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wahrscheinlich hatten sie sich bei uns auf dem Gipfel mit einem zweiten Trupp, der eine andere Route nehmen sollte verabredet, denn sie machten es sich neben unserem Zelt gemütlich und fingen an Witze zu reißen und laut zu lachen. Diese gute Laune um die Nachtzeit bei der Kälte und unter den Konditionen war uns rätselhaft. Auf die Frage, warum sie ausgerechnet neben unserem Zelt so einen Lärm machten sagten sie da sei es am wärmsten. Also ließen wir die armen Männer weiterhin unsere Abwärme nutzen und versuchten wieder zu schlafen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am nächsten Morgen hatten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang vom Gipfel und fingen früh mit dem Abstieg an. Wir hatten vor einen 1200 m hohen steilen Bergrücken hinabzuklettern bis in ein breites Flusstal, das uns wieder in die Zivilisation führen sollte. Aus dem Google-Bilderarchiv hatten wir eine sehr einfache Karte gefischt, auf der diese Route zu sehen war.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach 200 m Abstieg kam uns der Rettungstrupp mit den drei jungen Chinesen im Schlepptau entgegen. Man konnte allen die Anstrengung ansehen: vertrocknete Lippen, müde Augen. Die drei jungen chinesischen Wanderer sahen am schlimmsten mitgenommen aus. Nach eigenen Angaben hatten sie am Tag zuvor den selben Weg einschlagen wollen wie wir, dann aber mitten in der Steilwand die Spur verloren und schließlich eingeklemmt von Felswänden nicht mehr zurückgefunden. So hatten sie einen Notruf abgegeben und die ganze Nach ohne Schlaf und Wasser in der Steilwand zugebracht.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Bergretter sagten uns, es gebe an dieser Stelle keinen Weg, und seitdem diese Karte (die wir auch hatten) im Internet kursiere, müssten sie wohl regelmäßig ausrücken und Vermißte einsammeln. Heilfroh, dass wir die Gruppe getroffen hatten überlegten wir uns eine andere Route und verabschiedeten uns. Im Notfall hätten wir nicht einmal ein Handy dabei gehabt. Die neue Route war allerdings einiges länger, so dass wir bei Einbruch der Dunkelheit nicht wie geplant wieder in der Zivilisation ankamen. So verbrachten wir noch eine Nach im Zelt, ohne Essen aber zum Glück mit genügend Wasser.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-3111139753399162042?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/3111139753399162042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=3111139753399162042' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/3111139753399162042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/3111139753399162042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/09/gefangen-in-den-bergen.html' title='Gefangen in den Bergen'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total><georss:featurename>Hebei, China</georss:featurename><georss:point>38.0451279 114.4897766</georss:point><georss:box>33.7198764 107.0190736 42.3703794 121.9604796</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-4750067468775733810</id><published>2008-09-17T03:41:00.008+02:00</published><updated>2009-01-05T11:59:57.037+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peking'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Olympia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fahrrad'/><title type='text'>Im Sicherheitsbereich</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Jeden Tag radel ich rund 30 km von meiner Wohnung in Gaobeidian District (Ostpeking) zu meiner neuen Uni in Haidian District (Nordpeking) und 30 km wieder zurück. Dank des 4. Autobahnringes kann ich die Ampeln auf dem Weg an einer Hand abzählen, so komm in einer guten Stunde durch. Auf dem Weg liegt auch das Olympiastadion, in dem ja gerade noch die Paralympics stattfinden. Eines Tages fuhr ich also Richtung Olympiastadion als sich der Verkehr ein Kreuz vor dem Stadion staute. Von ferne sah ich einen Konvoi Polizeiwagen, die das Kreuz besetzten. Ich vermutete einen Unfall und schlängelte mich wie gewohnt durch die Blechlawine.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als ich näher kam sah ich, dass die Polizei dabei war den Verkehr nach Süden umzulenken, was aber nun gar nicht meiner Richtung entsprach. Ich fuhr weiter und plötzlich war der Stau zu Ende. Hinter mir hörte ich jemand schreien, aber ich realisierte in dem Moment nicht, dass das mir gegolten hatte. Kräftig in die Pedale tretend entfernte ich mich schnell vom Stauende, und merke allmählich dass ich mutterseelenallein auf dem 14-spurigen Expressway fuhr.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Seitenstreifen war vollgeparkt mit Fahrzeugen von Polizei und Armee. Plötzlich wimmelte es auch auf der Autobahn von Beamten. Ich schien sie aber nicht weiter zu stören, viele schauten mir nur neugierig nach. Ich glaube nicht, dass ich aussah wie einer der eine Sondergenehmigung hat (die kommen meistens mit schwarzen Limousinen), und auch mit einem Wettkampfteilnehmer konnten sie mich eigentlich nicht verwechseln.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Unter einer Brücke hatte sich eine Kolonne Soldaten breitgemacht, nicht mit Helm und Maschinengewehr, sondern jeder hatte ein kleines Klapphöckerchen dabei und ein fettes Lunchpacket.&amp;nbsp;Hätte das ganze in Amerika stattgefunden, hätte ich wahrscheinlich längst ein Gummigeschoss am Kopf und eine Tränengasgranate vor der Nase, aber die Chinesen sind friedliche Leute.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich fuhr so unauffällig und vorsichtig weiter wie ich konnte. Nach zwei Kilometern, am nächsten Autobahnkreuz war die Sperre zu Ende und ich gesellte mich wieder zu dem übrigen Verkehr. Einerseits war ich froh, dass ich so ungeschoren davonkam, andererseits kamen mir ein wenig Zweifel auf über den Nutzen dieser Hundertschaften von Soldaten und Polizisten, wenn schon ein einziger Fahrradfahrer aus Versehen die Sperre durchbrechen kann.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-4750067468775733810?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/4750067468775733810/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=4750067468775733810' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/4750067468775733810'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/4750067468775733810'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/09/im-sicherheitsbereich.html' title='Im Sicherheitsbereich'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total><georss:featurename>Peking, China</georss:featurename><georss:point>39.9081726 116.3979471</georss:point><georss:box>39.3814791 115.4641091 40.4348661 117.33178509999999</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-2232331572048711177</id><published>2008-09-05T08:53:00.007+02:00</published><updated>2009-01-05T12:02:05.822+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenze'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mongolei'/><title type='text'>Spiegel Leser wissen eher weniger...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;...denn sie kommen erst gar nicht zum Lesen, zumindest in China. Die zweitägige Zugfahrt von Irkutsk über die Mongolei bis an die chinesische Grenze war bisher ohne Zwischenfälle verlaufen. Selbst die zahlreichen Schmuggler, die sonst auf dieser Strecke kaum wegzudenken sind waren diesmal nicht zu sehen. Wahrscheinlich hatten sie, wie beinahe auch ich, wegen der unzähligen Olympiatouristen kein Ticket mehr bekommen. Die Olympiatouristen und Postolympiatouristen waren zumindest in meinem Wagon absolut in der Mehrzahl.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bis Ulan Bator teilte ich mir ein Abteil mit zwei älteren Damen aus München, die die meiste Zeit damit beschäftigt waren sich die Hände zu desinfizieren ("Es ist ja so dreckig hier") oder sich gegenseitig mit der kleinen Videokamera zu filmen. In Ulan Bator stieg ein Mongole mit Tochter und eine Studentin zu. Vater und Tochter konnten fließen Russisch, was mir zum Teil weniger Probleme bereitete als der münchener Dialekt ihrer Vorgänger.&amp;nbsp;Der Vater wurde schnell zum Entertainer des gesamten Waggons. Als selbsternannter Sohn von David Copperfield packte er einen Zaubertrick nach dem anderen aus.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An der chinesischen Grenze kam nach dem üblichen Stempel- und Papierkrieg noch ein Trupp junger Beamter durch den Zug. In unserem Abteil schienen sie sich ausschließlich für mich zu interessieren, was recht unüblich ist. Normalerweise kann man als Tourist seine Taschen getrost zulassen. Auf Schmugglerware werden nur Einheimische kontrolliert.&amp;nbsp;"Open your bag" sagte der junge Beamte zu mir, sichtlich bemüht seiner Stimme einen rüplen Unterton zu verleihen, wie es bei russischen und mongolischen Grenzern meistens der Fall ist. Seine beiden Kumpanen fanden es unheimlich lustig wie ich angeforscht wurde und mussten unwillkürlich kichern. Auf meine Frage "which one" bekam ich nur ein knappes "all".&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Jetzt sollte ich vielleicht erläutern, dass der Inhalt meines Rucksacks nicht ganz unbedenklich war. Ich hatte mir aus Deutschland ein Menge Gewürze mitgenommen die es in China nicht gibt. Ein Tütchen Rosmarinzweige, Basilikum. Sogar eine ganze Pflanze Nana-Minze hatte ich im Gepäck, während der Fahrt immer schön ans Zugfenster gestellt und gegossen, und dann kurz vor der Grenze in den Tiefen meines Rucksacks vergraben. Auf dem Einreiseformular wird man ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das einführen von Pflanzen und Pflanzenteilen ausdrücklich verboten ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die selbstgeerteten Gewürze im Rucksack zusammen mit meinem äußeren Erscheinungsbild an diesem Tag ließen mich aussehen wie ein Dealer vom Cottbusser Tor: Kleidung aus Indien, ausgelatschte Flip-Flops vom Discounter und zwei Tage schlecht geschlafen, frisiert und rasiert.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Beamten ließen sich aber von meinen Kräutern nicht irreführen. Sie interessierten sich ausschließlich für Medien: Dokumente, Zettel, Bücher, CDs, Zeitschriften. Alles wurde unter die Lupe genommen. Nur merkte ich bald, dass ihr Studium relativ oberflächlich blieb, da sie kein Deutsch verstanden. So wurde nur eine Ausgabe des Spiegel konfisziert. Begründung: "Da steht was über China drin, das ist in China verboten". Dass in fast jeder meiner Zeitschriften und Zeitungen etwas über China drin stand blieb den Kontrolleuren verborgen. Mein zwei Ausgaben "Zeit" durft ich behalten, da sind die Artikel halt nicht so auffällig verpackt.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-2232331572048711177?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/2232331572048711177/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=2232331572048711177' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2232331572048711177'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2232331572048711177'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/09/spiegel-leser-wissen-eher-weniger.html' title='Spiegel Leser wissen eher weniger...'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total><georss:featurename>Borhojn-Tal, Mongolei</georss:featurename><georss:point>43.7302 111.8814</georss:point><georss:box>43.72632350000001 111.8741045 43.7340765 111.8886955</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-5393586325891009258</id><published>2008-04-16T10:28:00.001+02:00</published><updated>2009-01-05T12:03:01.639+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Politik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tibet'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><title type='text'>Die Tibetfrage</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Tibetfrage hat sicher den einen oder anderen von euch in letzter Zeit beschäftigt. Obwohl ich hier einiges näher an Tibet bin als wohl die meisten von euch, bekomme ich nicht mehr davon mit, und ausrichten kann ich von hier auch nicht mehr als ihr. Mich hier mit einem Transparent auf die Straße zu stellen wäre ziemlich blauäugig.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich möchte aber versuchen euch die Lage einmal aus dem chinesischen Blickwinkel zu schildern. Das ist nicht ganz so einfach wie man sich das vorstellt. Denjenigen die Ostasien noch nicht genauer kennenlernen durften kann ich nur sagen: Diese Kultur ist so andersartig als unsere, dass wir bevor wir ein Urteil über China machen seine grundlegenden Denkstrukturen erlernen sollten. Unser Problem ist, wir wissen so gut wie gar nichts über die ostasiatischen Kulturen, während diese sehr viel über uns wissen. Wie oft schon bin ich in meiner Zeit hier in die peinliche Situation geraten, dass mir ein Chinese eine so detaillierte Frage über das Leben Bismarks, oder eine Passage der Bibel gestellt hat, dass ich nicht im entferntesten eine Antwort hätte geben können.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Andersartigkeit der Kultur begegnet mir auch oft genug im Alltag. Die chinesische Sprache lernt sich nicht so einfach wie eine europäische Sprache, wo man einfach ein bisschen die Grammatik paukt, und die Bedeutung der meisten Wörter entweder raten oder im Lexikon nachschlagen kann. Im Chinesischunterricht heißt es oft wenn es um die Übersetzung eines Wortes geht: "Sorry, no translation". Könnt ihr euch das vorstellen, für manche Wörter gibt es nicht einmal annähernd eine Übersetzung. Die Verwendung läßt sich nur anhand von Beispielen mühsam erlernen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Demzufolge gibt es auch für die chinesische Sicht der Lage in Tibet keine Übersetzung in unsere Denkweise. Ich kann nur versuchen euch zu erklären, was ich bisher über die chinesisch Denkweise gelernt habe. Ich denke wie die Lage in Tibet wirklich ist wisst weder ihr mit Westfernsehen noch ich mit staatlich zensiertem Fernsehen. Der Gedanke unsere freien Medien würden möglichst realitätsnah Bericht erstatten ist meiner Ansicht nach eine Illusion. In China zeigen die Medien das, was der Staat das Volk sehen lassen will, bei uns zeigen sie das was das Volk sehen will. Beides entspricht nich der Realität.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In China ist persönliche Freiheit verglichen mit unserer Gesellschaft relativ unwichtig. Im Vordergrund steht das große Ganze, die Nation, der Fortschritt des eigenen Volkes. Dafür ist man bereit sich unterzuordnen, eine Eigenschaft die wir wohl nicht so schnell verstehen werden. Sich unterordnen ist eigentlich das falsche Wort, denn es hat bei uns einen negativen Beiklang. Man sollte viel eher sagen, in China folgt man immer einem Lehrer, der einem den richtigen Weg zeigt. Respekt und Vertrauen gegenüber diesem Lehrer sind unendlich viel größer als bei uns.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In vielen Fällen ist der Staat, die Kommunistische Partei Chinas, der Lehrer. Das Fernsehen ist die Lehrstunde. In China ist jedem bewußt, dass das, was im Fernsehen gezeigt wird sorgfältig von der Partei ausgesucht wird. Das ist aber OK, denn der Staat ist der Lehrer. Er hat mehr Erfahrung und einen besseren Überblick, warum soll man ihm also nicht vertrauen?&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Jetzt aber zu Tibet. Tibet ist ein Teil Chinas, ob das Rechtens ist oder nicht ist eine andere Frage die zu erörtern noch einiges komplizierter wäre. Demonstrieren ist in China verboten, ein ganz einfaches Gesetz, so wie es bei uns verboten ist Autos anzuzünden. Wer sich nicht daran hält, verstößt eben gegen das Gesetz. Warum es verboten ist, das habe ich versucht in den vorherigen beiden Absätzen zu erklären.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Schauen wir mal nach Europa, wo es ja auch verschiedene Unabhängigkeitsbestrebungen gibt. Zum Beispiel in Russland, einem Land das ja unsere Werte teilt. In Tschetschenien werden monatlich eine Garnission junger Russen und ein Tschetschenischer Landkreis verheizt, aber das interessiert niemand. Tschetschenen sind eben nicht so exotisch wie Tibeter. Darf man eigentlich im Irak demonstrieren? Ich glaube wir können froh sein, dass die Chinesen mehr Fingespitzengefühl für die Lösung solcher Konflikte haben als wir Westler. wie ich es auf meiener Tibetreise erlebt habe geht es den Tibetern nicht schlecht in der jetzigen Situation, allemal besser als jeder eurpäischen Kolonie vor 50 Jahren.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nicht dass ihr denkt ich sei hier in China total von der Bahn gekommen. Ich denke natürlich nach wie vor Proteste gegen die Tibetpolitik sind richtig. Allerdings sollten wir auch versuchen die Chinesen zu verstehen. China ist ein so großes Land, mit einer so reichen Kultur und so schnell wachsenden Bedeutung. Wir sollten herunter kommen von unserem hohen Roß. Max Frisch sagte schon nach seiner Chinareise 1975: "Wir sind nicht das Wunschbild der Chinesen, unser Urteil also nicht das Maß für ihre Anstrengungen".&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ansonsten gehts mir gut hier in Peking. Jeden Morgen radel ich die 6 km zur Uni. Dabei habe ich die Wahl zwischen einer Strecke über kleine Nebengässchen und Sandpisten und dem 12-spurigen Jingtong-Highway. Beides nicht optimal, aber da ich gerne spät dran bin morgens ist es dann meistens die Autobahn. An der Uni verbring ich meistens den ganzen Tag, unterhalte mich mit Chinesen, pauke Schriftzeichen usw. Das Leben an einer chinesischen Uni ist echt etwas besonderes, vielleicht schreib ich darüber nächstes mal. Dann wieder mit mehr Humor und weniger Politik.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-5393586325891009258?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/5393586325891009258/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=5393586325891009258' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5393586325891009258'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5393586325891009258'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/04/die-tibetfrage.html' title='Die Tibetfrage'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total><georss:featurename>Autonomes Gebiet Tibet, China</georss:featurename><georss:point>29.657589 91.1320496</georss:point><georss:box>20.143218500000003 76.1906431 39.1719595 106.0734561</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-1982600322028266927</id><published>2008-03-04T10:21:00.001+01:00</published><updated>2009-01-05T12:04:36.249+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peking'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fahrrad'/><title type='text'>Beijing by bike</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Mittlerweile bin ich in Peking angekommen und lebe bei der Familie meiner Freundin Fang Fei. Sie leben in einem kleinen Ziegelhaus am Rande Pekings in dem Standtviertel "Fang Jia Cun" (Heimat der Fangs). Papa Fang hat wie viele Chinesen eine Leidenschaft für Haustiere. Neben fünf Hunden und einer stolzen Sammlung Singvögeln trägt er unter seinem Mantel ständig eine 10 cm lange Grille mit sich, sicher verstaut in einem hohlen Kürbis. Am Anfang dachte ich das Zirpen wäre der neuste Klingelton.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die ersten Tage habe ich versucht mich ein bisschen mit Peking vertraut zu machen. Die Orientierung fällt recht leicht. Es gibt die Nord-Süd- und Ost-West-Achse die durch die sechs Autobahnringe verbunden sind. Der sechste Autobahnring hat einen Durchmesser von 50 km. Alles was da außerhalb ist, ist wirklich weit vom Zentrum weg.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um besser voran zu kommen habe ich mir ein Fahrrad gekauft. Ich kenne keine Stadt die besser zum Fahrradfahren geeignet ist. Alles ist so breit angelegt, dass für ein Fahrrad immer Platz ist. Unter den Autobahnen verläuft meistens sogar eine richtige Fahrradautobahnen, vierspurig und nur für Fahrräder und Eselkarren zugelassen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Verkehrsregeln in China lassen sich recht einfach zusammenfassen, ja sogar mathematisch formulieren: Vorfahrt = MAX(Pferdestärken_Fahrzeug_A, Pferdestärken_Fahrzeug_B). Wer in Mathe nicht aufgepasst hat, das bedeutet Vorfahrt hat immer der Stärkere. Des Weiteren gilt die Antiproportionalität zwischen Hupbereitschaft und Bremsbereitschaft eines Verkehrsteilnehmers sowie die Summe aller Situationen mit denen man zu rechnen hat tendiert gegen unendlich.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Da rote Ampeln nur für Autos bindend sind, und die endlosen Staus sich meistens auf Autospuren und Gesteige beschränken ist Fahrrad wirklich das angenehmste und schnellste (auch wenn man nie Vorfahrt hat). Ja ihr habt richtig gelesen, zur Rush Hour sind so viele Fußgänger unterwegs, dass die Gehsteige an Kreuzungen und Bushaltestellen notorisch verstopfen. Dabei ist ein interessantes Phänomen zu beobachten, die Energie der Masse. Oft kommt es vor, dass eine riesige Menschenmasse, die an einer Kreuzung darauf wartet die Strasse überqueren zu können einfach losläuft, und nichts und niemand kann sie daran hindern. Die Autos müssen bremsen und auch die Polizeilegion, die jede große Kreuzung bewacht, ist machtlos.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nächste Woche werde ich in eine Wohnung nahe der Uni ziehen und anfangen Chinesisch zu studieren. Meine Uni, die "School of International Cultural Exchange of Beijing International Studies University" liegt am östlichen 5. Autobahnring. Das ist weit genug vom Zentrum entfernt um sparsam leben zu können. Das Zentrum selber, die Pekinger Hutongs, sind sündhaft teuer und sehr verlockend. Kleine krumme Gässchen, Kneipen und Livemusik an jeder Ecke... eine absolute Rarität in China.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-1982600322028266927?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/1982600322028266927/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=1982600322028266927' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/1982600322028266927'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/1982600322028266927'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/03/beijing-by-bike.html' title='Beijing by bike'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total><georss:featurename>Peking, China</georss:featurename><georss:point>39.9081726 116.3979471</georss:point><georss:box>39.3814791 115.4641091 40.4348661 117.33178509999999</georss:box></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-8817204268816016461</id><published>2008-02-28T10:14:00.001+01:00</published><updated>2008-09-09T10:20:01.583+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Transsib'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sibirien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Russland'/><title type='text'>Kulinarisches im Zug</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-weight: bold;"&gt;Die meisten Leute in der Transsib sind bereits von traditionell Russischer Verpflegung zur chinesischen Instant-Nudelsuppe übergetreten. Mit dieser läßt sich zwar innerhalb kürzester Zeit eine warme Malzeit zubereiten, sie kann aber auch dazu führen, dass eine 3-tägige Zugfahrt mehr einem Krankenhausaufenthalt ähnelt als einer Reise. Das äußere Erscheinungsbild der meisten Mitreisenden passt auch dazu: Legere Trainingshose, Badelatschen, Unterhemd, Sturmfrisur da nicht gekämmt nach dem Aufstehen und jede Bewegung wird so langsam wie möglich gemacht um Anstrengung zu vermeiden und Zeit zu verbrauchen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachdem ich in Moskau ein paar Runden gedreht habe (da in den Metrostationen kaum etwas ausgeschildert ist und meine Kenntniss des Moskauer U-Bahn Systems auch recht bescheiden ist bin ich 1,5 mal mit der Ringbahn im Kreis gefahren) saß ich im Zug Richtung Irkutsk.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Damit komme ich wieder zurück auf die chinesische Chemieindustrie: Ich selber hatte mich natürlich auch für 3,5 Tage mit den Instant-Suppen eingedeckt. Wer diese Suppen nicht kennt, es handelt sich dabei um einen Pappbecher der neben einer mini Plastikgabel ein Tütchen getrocknetes Grünzeug (rein optisch könnte es sich auch um das handeln, was eine vierköpfige Familie nach dem Essen unter dem Tisch zusammenkehrt), ein Tütchen Fleischgeschmackpulver, ein Päckchen weißes Fett und quadratisches Packet Nudeln enthält.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dieses Packet besteht aus einer einzigen, in Schleifen gelegten Nudel. Für Europäer eigentlich nicht mit Anstand genießbar, stellt es es für den chinsischen Konsumenten kein Problem dar, da hier die Essmanieren eine dauerhafte Verbindung zwischen Teller und Mund erlauben.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beim zusammenstellen der Suppe aus den vielen erlesenen Zutaten kann man sich schon ein bisschen wie ein Feinschmecker vorkommen. Tatsächlich ist der Geschmack, nachdem man heißes Wasser aus dem Samowar drauf gegeben hat und nach 30 s sich alle chemischen Reaktionen vollzogen haben, gar nicht so übel. Allerdings schmeckt jede Suppe genau gleich, egal ob drauf steht Hühnergeschmack, Schrimpsgeschmack oder Rindfleischgeschmack (meistens ist auf der Packung ein fettes, saftiges Steack abgebildet, was beim Kaufen die Hoffnung erweckt, das gleiche sei auch innen drin). Nach 3,5 Tagen hatte ich genug und freute mich auf drei Tage Pause in Irkutsk.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf der Weiterfahrt von Irkutsk nach Peking (nochmal drei Tage) war ich in einer neuen Transsib untergebracht. Mit chinesischem Fernseher in jedem Abteil (zum Glück defekt) und Tischdecke mit Lotuseffekt. Der Fernseher hatte sogar Programmwahltasten, was wirklich ein großer Fortschritt ist gegenüber dem Einheitsvolksradio das in den alten Waggons eingebaut war. Aber wie schon gesagt, der chinesische Qualitätsstandard hat mich vor drei Tagen russischem Fernsehprogramm bewahrt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein Abteil teilte ich diesmal mit zwei Brüdern aus Krasnojarsk, die zum "Shoppen" nach Peking fahren wollten (später teilten sie mir mit sie hätten vor 35 kg Digitalkameras zu kaufen und in ihrer Heimat wieder zu verkaufen) und einer Chinesischstudentin aus Ulan-Ude. Alle drei ungefähr in meinem Alter. Für Kulinarisches hatten die beiden Krasnojarsker bereits gesorgt: Wir hatten fast jeden Abend ein gebratenes Hühnchen im Abteil - das mit einer Flasche kräftigem russischen Bier runtergespült, einfach herrlich.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;item&gt;&lt;content:encoded&gt;&lt;p align="justify"&gt;&lt;/p&gt;&lt;/content:encoded&gt;&lt;/item&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-8817204268816016461?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/8817204268816016461/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=8817204268816016461' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/8817204268816016461'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/8817204268816016461'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2008/02/kulinarisches-im-zug.html' title='Kulinarisches im Zug'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-2590615660491116806</id><published>2008-02-18T10:00:00.001+01:00</published><updated>2008-09-09T15:09:08.586+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Polen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ukraine'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kiev'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Warschau'/><title type='text'>Unser Europa wächst</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;p align="justify"&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;span&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-weight: bold; "&gt;Ein klimatisierter Eurocity brachte mich nach Warschau. Die meisten von meinen Mitfahrern waren sehr beschaeftigt, zumeist mit ihren elektronische Spielzeugen: Laptoptastaturen schnattern, ein Telefon klingelt, mein Sitznachbar studiert aus Langeweile das Menue seines Handys.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/span&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Fast alle Leute im Zug sind Polen. Deutsche scheinen nicht so viel Interesse an ihrem Nachbarland zu haben, oder sie nehmen das Flugzeug. Das hatte mir auch die nette Dame am DB-Fahrkartenschalter geraten, als ich dort ein paar Stunden vor Abfahrt mein Ticket nach Warschau gekauft habe: "Sieben Stunden dauert das - da wuerd ich ja fliegen". Zum Glueck wusste die gute Frau nicht wo ich sonst noch so mit dem Zug hinfahr.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Warschau ist inzwischen eine Stadt wie die meisten industriell gepraegten Staedte Westeuropas: Viel Glas, viel Stahl, alles schoen sauber und ordentlich, aber wenig Kreativitaet. Aufgefallen sind mir in Polen vorallem die vielen Errungenschaften der deutschen Nachkriegsgeschichte wie Lidl, Mediamarkt und Co. So haelt wohl die deuschte Shoppingkultur auch in Polen Einzug: Immer schoen Discounter-Blaettle studieren und dann bei Schnaeppchen gezielt zuschlagen.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Drei Stunden spaeter sass ich im Zug Richtung Kiev, der Hauptstadt der Ukraine. Zusammen mit einem aelteren ukrainischen Ehepaar war ich in einem Vierbettabteil eines alten russischen Zuges untergebracht. Ich wollte mich schon wie gewoehnlich bei Zugfahrten in Deutschland meiner Lektuere widmen, als Babuschkas Stimme erschallte: "Junge, wir trinken jetzt erst mal Tee" in einem Ton der keine Widerrede duldet. Auf dem Tisch hatte sie auch schon drei Tassen Tee und Gebaeck vorbereitet. Willkommen im Osten - welcome to the east side.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-2590615660491116806?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/2590615660491116806/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=2590615660491116806' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2590615660491116806'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2590615660491116806'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/02/unser-europa-wchst.html' title='Unser Europa wächst'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-6020183661663663817</id><published>2007-08-21T09:41:00.004+02:00</published><updated>2008-09-09T15:10:24.652+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tibet'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lhasa'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Trekking'/><title type='text'>Das Dach der Welt</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-weight: bold; "&gt;800 Yuan (80 Euro) hat mich der Deal mit dem Busfahrer gekostet. Gegenleistung: er befördert mich nach Lhasa und schmiert die Beamten an den Checkpoints auf dem Weg. Dazu sollte ich kurz die Situation in Tibet erklären: Aufgrund der instabilen politischen Lage und der Sympathie im Westen für tibetische Autonomiebestrebungen hat China ein System zur strikten Kontrolle westlicher Touristen ineingeführt: Man braucht eine Einreisegenehmigung, eine Genehmigung zum Reisen in Tibet, und darf nur bestimmte Zonen in Tibet überhaupt bereisen. Die Genehmigungen kosten eine Menge Geld und man bekommt sie im Prinzip nur wenn man sich einer Reisegruppe mit offiziell anerkanntem Führer und Rundumversorgung anschließt (= Pauschalreise).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachdem ich meine Arbeit bei Goldwind Science &amp;amp; Technology beendet hatte machte ich mich auf Richtung Tibet. Zuerst 14 Stunden mit dem Zug von Urumqi nach Lanzhou, einer mittel kleinen Millionenstadt im Zentrum Chinas, die unter dem traurigen Titel "dreckigste Stadt der Welt" bekannt ist. Von dort wollte ich den legendären Tibet Railway nach Lhasa nehmen, die höchste Eisenbahn der Welt. Die Tickets für diese einmalige Eisenbahnstrecke scheinen aber so beliebt zu sein, dass man sie als Normalsterblicher gar nicht am Schalter kaufen kann, sondern nur zu einem Vielfachen des üblichen Preises über irgendwelche Unterhändler oder Reisebüros erwerben kann. Außerdem braucht man wie erwähnt die Einreiseerlaubnis und muss sich so wohl oder übel auch einer Reisegruppe anschließen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vor allem aus finanziellen Gründen und um mir letztere Unannehmlichkeit zu ersparen, entschied ich mich für den Weg über den Busfahrer. Von Golmud, dem letzten chinesischen Vorposten vor der tibetischen Grenze ging es dann 24 Stunden über die 4000 bis 5000 m hohe tibetischen Hochebene bis nach Lhasa. Unter den Fahrgästen in dem klapprigen Sleeper-Bus waren neben tibetischen Händlern und Mönchen noch ein paar Chinesen, die sich so reichlich mit Sauerstoffkartuschen und anti-AMS Cocktails (AMS – acute mountain sickness) eingedeckt hatten, dass sie sich in ihrer Koje kaum umdrehen konnten. Ich konnte das ohnehin nicht. Die Schlafkojen hatten gerade einmal die eine Größe, dass es oben und unten sowie seitlich klemmte wenn ich mich hineinlegte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Strasse nach Lhasa führt über drei 5000er Pässe. Schon bei der Auffahrt auf die Hochebene fing mein Kopf an zu dröhnen. Es kam langsam, Meter für Meter Aufstieg wurde das Kopfweh stärker. In dem Bus breitete sich ein Mief aus Schweiß, Erbrochenem und kaltem Rauch aus. Mitten in der Nacht murmelte ein Tibeter hinter mir in gebrochenem Englisch, ich solle auf keinen Fall einschlafen, da das das Kopfweh nur verschlimmern würde. An Schlaf war aber in meinem Zustand sowieso nicht zu denken. Der Straßenbelag hatte teilweise den Zustand eines frisch gepflügten Ackers. Ohne die Augen zu oeffnen spuerte ich durch das stärker werdende Kopfweh und vermehrte Atemnot wenn der Bus wieder einen Pass hinaufkletterte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Angekommen in Lhasa (3700 m) war alles wieder normal, die Tortur im Bus hatte mich wenigstens an diese Höhe angepasst – und ich habe vor lauter AMS ganz vergessen, dass ich ja eigentlich illegal unterwegs war. Lhasa hat eine schöne tibetische Altstadt, mit engen Gassen, Massen an Pilgern aus allen Teilen Tibets und vielen gemütlichen tibetischen Restaurants mit oft nicht mehr als zwei Tischen, in denen man Yakbuttertee, frischen Ziegenjoghurt und eine Auswahl recht fleischlastiger Speisen bestellen kann.Auf der Reise nach Lhasa hatte ich eine junge Chinesische Abenteurerin kennengelernt. Zwei Tage nach uns traf auch mein Bruder mit Freundin in Lhasa ein. Sie hatten sich ueber eine andere Route auch ohne Erlaubnis eingeschlichen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zu viert planten wir nun eine mehrtägige Trekking Tour ohne Führer und Rundumbetreuung in den Bergen nördlich von Lhasa. Ausgeruestet mit Zelt, Schlafsack, Lebensmitteln für acht Tage (hauptsächlich getrocknetes Yakfleisch, Nudeln und Kekse) und 28 l chemischem Sauerstoff für Notfälle machten wir uns auf den Weg. Der öffentliche Bus (den wir offiziell auch nicht hätten besteigen dürfen, weil keine Genehmigung) brachte uns in einen kleinen Ort 60 km nördlich von Lhasa. Von hier aus wollten wir den Nyanqingtangula Gebirgszug zu Nam Tso (4800 m), dem höchsten Salzsee der Welt überqueren.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ausgerüstet mit Zelt, Schlafsack, Lebensmitteln für acht Tage (hauptsächlich getrocknetes Yakfleisch, Nudeln und Kekse) und 28 l chemischem Sauerstoff für Notfälle machten wir uns auf den Weg. Der öffentliche Bus (den wir offiziell auch nicht hätten besteigen dürfen, weil keine Genehmigung) brachte uns in einen kleinen Ort 60 km nördlich von Lhasa. Von hier aus wollten wir den Nyanqingtangula Gebirgszug zu Nam Tso (4800 m), dem  höchsten Salzsee der Welt überqueren.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am ersten Tag versuchten wir möglichst wenig aufzusteigen, um nicht gleich wieder mit AMS konfrontiert zu werden. Wir stiegen ungefähr 100 m auf 4400 m und errichteten unser Nachtlager. Am nächsten Tag wollten wir einen kräftigen Aufstieg von 400 m hinter uns bringen und für die folgende Nacht wieder etwas absteigen. Seicht ging es zwischen Yakweiden nach oben, bis wir auf halber Strecke in starken Regen kamen. Durch Regen und Sauerstoffmangel erschöpft beschlossen wir auf halber Höhe die Zelte aufzuschlagen und uns etwas auszuruhen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So schnell auf einer so großen Höhe zu schlafen war ein großer Fehler, denn am nächsten morgen hatten zwei von uns vieren starke Symptome von AMS und wir mussten sofort mit dem Abstieg beginnen, wobei der grösste Teil des Gepäcks auf die restlichen zwei verladen werden musste.Nach zwei Nächten Akklimatisierung auf 4400 m waren wir alle wieder guter Dinge und machten einen zweiten Ansturm auf den Gebirgszug. Unterwegs trafen wir viele tibetische Nomaden die uns zu einem Yakbutteretee mit Zamba (mit Joghurt verknetetes angeröstetes Gerstenmehl, nicht jedermanns Geschmack) einluden, oder die sich Abends neben unser Zelt setzten und einfach nur extrem interessiert zuschauten wie wir leben.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am siebten Tag nahmen wir den Pass in Angriff. Nachdem wir unser Lager auf 5300 m aufgeschlagen hatten (Mit AMS hatten wir durch den langsamen Aufstieg kein Problem mehr) suchten wir nach einer Lücke um die Berge zu überqueren. Die Nomaden, gut wie sie es mit uns meinten rieten uns umzudrehen und erklärten uns die Hänge seinen hier senkrecht, keine Chance zum Durchkommen. Dabei konnte man die Nomaden oft in Socken die steilsten Hänge hochrennen sehen, um irgendwo ein verloren gegangenes Yak einzufangen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Obwohl wir nicht unter AMS litten, war die Höhe doch deutlich spürbar. Sie macht einen träge, kraftlos, größenwahnsinnig, verrückt. Mit Schritten kleiner als eine Schuhlänge und häufigen Pausen zum Luftholen kämpften wir uns eine Schottermoräne nach oben, an deren Ende ein noch steilerer Geröllberg wartete, hinter dem wir die andere Seite erwarteten. Nach einem schier endlos anmutenden Gekletter durch Geröll und über Felsen erreichten wir den Pass und stiegen auf der anderen Seite ab, froh die so menschenfeindliche Zone über 5000 m zu verlassen. Dazwischen entstand irgendwo über 5600 m ein Gipfelfoto.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Tag darauf erreichten wir den See, wo wir ein paar Nomaden trafen, die bereit waren uns für ein paar Dollars auf Ihren Motorrädern die 60 km zurück zur Strasse zu fahren, von wo wir uns einen Bus zurück nach Lhasa nahmen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-6020183661663663817?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/6020183661663663817/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=6020183661663663817' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/6020183661663663817'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/6020183661663663817'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/08/das-dach-der-welt.html' title='Das Dach der Welt'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-2734516776604147982</id><published>2007-04-15T18:37:00.001+02:00</published><updated>2008-09-05T05:23:04.527+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Xinjiang'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><title type='text'>Wu Lu Mu Qi - 乌鲁木齐</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;&lt;b&gt;Was vor einigen Jahrzehnten noch eine kleine uighurische Oase war ist inzwischen eine Stadtmonstrum nach chinesischem Massstab. Stuertzt man sich hinein in das Leben weiss man manchmal nicht, ob man gerade in Shanghai, Istanbul oder Moskau ist: Sei es der uighurische Ananasverkaeufer, der seine Kunden im Schatten eines chinesischen Wolkenkratzers mit russischem Techno anlockt oder der chinesische Schuhputzer, der einem einem in fliessendem russisch erzaehlt die uighurischen Frauen seien die schoensten. Die Chinesen nennen Urumqi: „Wu lu mu qi“.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Wohnung liegt in der „Urumqi special technologic and economic development zone“, ca. 12 km noerdlich vom Zentrum. Wie ueberall in China ist auch hier der Name aufregender als das was dahinter steckt: Im Grunde genommen ein ganz normales, etwas wohlhabenderes Stadtviertel. Meine Wohnung ist gross und modern eingerichtet: Computer mit DSL Anschluss, Gaestezimmer. Direkt vor meiner Haustuer habe ich einen uighurischen Schaschlickmann, einen Huehnchenverkaeufer (lebendige Huehner, muss man vielleicht beifuegen) und einen kleinen Ramschmarkt (mit Ramsch meine ich die ganzen nuetzlichen chinesischen Alltagsgegenstaende, die beim ersten mal Benutzen kaputt gehen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich am ersten Morgen das Fenster geoeffnet habe, um etwas frische Luft herein zu lassen, kam mir ein stechender Geruch nach Schwefel und Kohle entgegen. Der Himmel war orange-braun vor Smog. Das Problem besteht in vielen chinesischen Grossstaedten. Oft wird nur mit Kohle geheizt, und da die Anlagen extrem veraltet sind wird der ganze Dreck in die Luft geblasen. Die beiden Hollaender, die hier auch gerade Praktikum machen, erzaehlten mir, im Winter sei noch viel schlimmer gewesen. In Xinjiang kann die Temperatur im Januar bis auf 40 Grad unter Null sinken. Da kann man nicht mal mehr die Spitzen der Haeuser durch den Smog erkennen. Zum Glueck wird es jetzt jeden Tag waermer. Mittlerweile kann man schon den ganzen Tag im T-Shirt herumlaufen, und die Heizungen bleiben aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu meiner Arbeitsstelle sind es zu Fuss 20 Minuten. Alternativ gibt es auch den Bus fuer 10 Cent oder das Taxi fuer 60 Cent. Von den Chinesen bekomme ich oft zu hoeren: „Du bist doch Weisser, warum nimmst du dir nicht ein Taxi zur Arbeit?“. Um solchen Vorschlaegen ein fuer alle mal zu begegnen habe ich mir jetzt das aller rueckstaendigste in China gekauft - ein Fahrrad. Fuer umgerechnet 10 EUR ein vollgefederte Montainbike. Leider ist es auch Ramsch, denn nach 2 Minuten Fahrt ist der Lenker abgebrochen. Der neue Lenker ist von gleichen Typ, aber ich fahre jetzt vorsichtiger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeit bei Goldwind, dem groessten Windturbinenhersteller Chinas, beginnt morgens mit der Einheitsgymnastik: Die gesamte Mitarbeiterschaft, von der Putzfrau bis zum Manager stellen sich fuer 10 Minuten auf dem Werksgelaende in Reih und Glied auf und machen zu Lautsprecheranweisungen und dramatischer Filmmusik ein paar Aufwaermuebungen. Danach beginnt die Arbeit in der Fertigung und den Bueros. In den ersten drei Wochen wollte ich einen kleinen Ueberblick gewinnen, so war ich die erste Woche in der Produktionshalle, die zweite auf der Windfarm und in der dritten habe ich mir die verschiedenen technischen Abteilungen angeschaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Goldwind hat zur Zeit 500 Mitarbeiter. In den letzten fuenf Jahren ist die Zahl jedes Jahr um durchschnittlich 50% gestiegen, d. h. Zur Zeit wird fast jeden Tag ein neuer Mitarbeiter eingestellt. Das Wachstum ist an vielen Stellen in China viel zu schnell, zumindest fuer unsere Begriffe. Wenn man mit dem Fahrrad ein bisschen durch die development zone pendelt, sieht an manchmal Teile von alten Doerfern, die hier noch vor 10 Jahren in der Wueste standen und von dem Wachstum der Stadt einfach ueberrannt wurden. Einmal habe ich ein altes Bauernhaus gesehen, das mitten auf einer grossen Strasse in einem sauber angelegten Industriegebiet stand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Woche in der Produktionshalle war sehr spannend. Die Arbeitsweise der Chinesen ist einfach sehr beeindruckend. Vor der Arbeit ist immer eine kurze Besprechung, das heisst alle stellen sich nebeneinande auf und der Chef geht schreihend und schimpfend die Reihe auf und ab. In der Werkshalle werden die Gondeln der 0,75 und der 1,5 MW Anlage montiert. Es ist unglaublich wie viele Chinesen auf einmal an einer Maschiene arbeiten koennen ohne sich zu stoeren. Oft haben die Teile der chinesischen Zulieferer eine so schlechte Qualitaet, dass man z. B. auf einen frisch gelieferten Generator erst mal 10 Chinesen loslassen muss die ihn instandsetzen. Da wird dann gehaemmert, geschliffen, gestrichen, geschraubt, geschweisst und poliert, bis der Generator so neu aussieht wie er aussehen muesste. In der Produktion wird in zwei Schichten gearbeitet, d. h. zwoelf Stunden pro Schicht, und oft auch am Wochenende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zweite Woche auf der Windfarm war nicht minder spannend. Wenn die Chinesen etwas bauen ist es ja immer gleich masslos gross, so auch die Windfarm. Etwa zwei Autostunden suedlich von Urumqi steht der groesste Windpark Asiens. Scheinbar ohne Ziel oder geplantes Ende wird hier einfach eine Windmuehle nach der anderen in die Wueste gesetzt. Untergebracht war ich in einer Arbeiter-WG in dem Dorf „Xin jiang hua gong chang“ (chin: Xinjianger Chemiewerk, mehr dazu spaeter). 11 Maenner die in zwei Raeumen wohnen ist ganz schoen anstrengend. Trotzdem war es sehr nett mit den Mechanikern. Sie gaben sich sehr Muehe Englisch zu sprechen, und ich gab mir sehr Muehe Chinesisch zu sprechen. Jeden Tag ging es hoch in die Gondel (ohne Sicherheitsgurt natuerlich).&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-2734516776604147982?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/2734516776604147982/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=2734516776604147982' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2734516776604147982'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/2734516776604147982'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/04/wu-lu-mu-qi.html' title='Wu Lu Mu Qi - 乌鲁木齐'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-5168360469056766143</id><published>2007-03-28T18:34:00.001+02:00</published><updated>2008-09-05T05:24:47.360+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenze'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kasachstan'/><title type='text'>Der Zöllner vom Tian Shan</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;&lt;b&gt;Schon gegen Mittag war ein Grossteil meiner Reisegefaehrten so besoffen, dass sie sich nicht mehr imstande fuehlten die Zolldeklaration fuer die bevorstehende kasachisch-chinesische Grenze auszufuellen. Der chinesische Busfahrer jagte seinen fahrbaren Untersatz erbarmungslos ueber die Sandpiste, dabei schien ihm bei jedem Schlagloch die Zigarette aus dem Gesicht zu fallen, die man die gesamte Fahrt ueber in seiner Zahnluecke glimmen sehen konnte. Im hinteren Busteil, wo die Flasche noch immer kreiste, drueckte sich jedes Schlagloch in einer kleinen Wodkafontaene aus.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Strasse bestand aus einer breit gestreuten Anzahl von mehr oder weniger befahrenen Spuren im Sand, auf denen sich die 6 Busfahrer des Konvois ein Wettrennen lieferten. Vor uns erhoben sich direkt aus der Wueste die maechtigen Schneegipfel des Tian Shan, der Grenze zu China. Die Stewardess, die auch ordentlich einen ueber den Durst getrunken hatte, machte sich daran fuer die Grenze Ordnung zu schaffen. Die voellig Betrunkenen wurden in ihre Kojen (die chinesischen Sleeper-Busse habe ca 1,6 m lange Liegen) gelegt und die Sosse aus verschuetteten Getraenken, Zigarettenstummeln und Lebensmittelresten auf dem Boden wurde beseitigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor uns lagen sechs Kontrollen: Der Eingang in den kasachischen Grenzbereich, die eigentliche Gepaeck- und Personenkontrolle auf der kasachischen Seite, der Ausgang aus dem kasachischen Grenzbereich und das gleiche auf der chinesischen Seite noch einmal. Der erste kasachische Grenzer betrat unseren Bus: Eine riesige Gestalt, das braungebrannte Gesicht tief versteckt hinter der dicken Pelzmuetze, auf dem Ruecken ein bejahrtes Schiesseisen. Nachdem er eine Runde mit der Stewardess geflirtet hatte, und mit seinem Knueppel ein bisschen in den Betten der Betrunkenen herumgestochert hatte, kam er zu mir. Ein Blick auf meine Immigrationskarte genuegte, und er gab mir durch eine Handbewegung unmissverstaendlich zu verstehen ich solle ihm folgen. Im Vorbeigehen fluesterte die Stewardess mir noch ins Ohr: ?You don’t understand any Russian!“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Einreise hatte ich mir die Immigrationskarte dummerweise nur bis zum 14. ausstellen lassen. Da ich aber dann auf einmal bis zum 15. in Kasachstan bleiben musste, wollte ich Probleme bei der Ausreise umgehen indem ich einfach aus der 1 vorsichtig eine 2 machte. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass das ein grosser Fehler war, denn so vorsichtig ich die Zahl auch ausgebessert hatte, das geuebte Auge des Grenzers hatte es sofort erkannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir entfernten uns ein Stueckchen vom Bus und blieben erst hinter einem Stacheldrahtverhau stehen. Der Grenzer fragte mich wo ich herkomme, was ich hier mache und vorallem wer diese Zahl ausgebessert habe. Ich hatte mir jedoch vorgeommen, mich an die Anweisungen der Stewardess zu halten und gab einfach keine Antwort. Wir gingen zurueck zum Bus und er bat die Stewardess zu uebersetzen. Ich erklaerte der Stewardess mein Problem auf englisch und ueberlegte mit ihr, was man am besten sagen sollte. Ploetzlich bekam ich den Ellbogen des Grenzers mit solcher Wucht in die Rippen, dass ich fast ohne eigenen Energieaufwand im Bus landete. ?Haut ab“ rief er auf russisch und grinste freundschaftlich. Innerlich bedankte ich mich bei ihm fuer den blauen Fleck. Der Rest der kaschischen Grenze verlief gut, wenn auch muehselig und langwierig. Als die Soldaten die letzte Schranke vor dem Grenzfluss fuer unseren Konvoi oeffneten war mir schon etwas leichter zumute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Grenze die ich soeben ueberfahren habe ist eine kulturelle Wasserscheide wie sie extremer kaum sein kann. Die Orietierung in Kasachstan geht noch vollkommen nach Westen, nach Europa. Die Menschen jenseits des Tian Shan jedoch schauen nach Osten, nach Peking und Shanghai. Und diese Grenze steht immer noch zwischen diesen beiden Kulturraeumen wie ein eiserner Vorhang, ohne Uebergang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die chinesische Grenzstation hatte die Ausmasse eines mittleren Flughafens mit einem riesigen Paradeplatz auf dem sich quadratisch angeordnete Soldatengruppen im Stechschritt uebten. Die Formalitaeten verliefen um ein Vielfaches effizienter als auf der kasachischen Seite, wenn auch die Passkontrolle bei mir fast eine halbe Stunde dauerte. Der Grenzer schaute meinen Pass interessiert durch, schaute mich genau an, befragte mich in tadellosem Russisch ueber Gott und die Welt und holte schliesslich seine Kollegen herbei, um ihnen auch einen Blick in meinen Pass zu goennen. Wie ich spaeter von meinen Mitfahrern erfuhr war das blosse Neugier. Anscheinend kommen ueber diesen Grenzuebergang nicht so viele Auslaender, so dass ein deutscher Pass schon zum Highlight werden kann. Meine Mitfahrer waren allesamt Kasachen, die mit leeren Rucksaecken nach China fuhren, zum ?Shopping“ wie sie sagten. In China sind die Preise fuer viele Gebrauchgueter oft nur 1/5 so hoch wie in Kasachstan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz nach der Grenze wurde die Sandpiste zu einer sechsspurigen Autobahn, die Seidenstrasse der Moderne. China baut und baut und ruestet sich fuer eine Zukunft, in der 1,3 Milliarden Menschen mit dem Auto fahren. Auf dem Weg dahin wirkt es wie ein Magnet: Anziehend fuer Menschen, Rohstoffe und Kapital; abstossend fuer Waren. Auch ich befinde mich im Sog dieses Magneten, allerdings bleibe ich am Rand, in Urumqi.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-5168360469056766143?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/5168360469056766143/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=5168360469056766143' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5168360469056766143'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5168360469056766143'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/03/der-zllner-vom-tian-shan.html' title='Der Zöllner vom Tian Shan'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-46809974083998881</id><published>2007-03-14T17:50:00.001+01:00</published><updated>2008-09-05T05:26:18.101+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kasachstan'/><title type='text'>Übernachten in Almaty</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;&lt;b&gt;Mitten in der Nacht begann in meinem Hotelzimmer das Telefon zu läuten. “Vermutlich Prostituierte” dachte ich und ließ mich nicht weiter davon stören. Nach einer halben Stunde Telefonterror wurde ich doch etwas neugierig und hob ab. Zu meiner Überraschung hörte ich eine männliche Stimme am anderen Ende der Leitung “hello” sagen. Ich legte auf und zog den Stecker. Mir kam die Sache langsam etwas spanisch vor. Plötzlich klopfte es laut an meiner Zimmertür.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel geschlafen habe ich in der Nacht nicht, zumal die Klospülung und der Wasserhahn der Badewanne extreme laut und natürlich nicht im Takt tropften (zu einem Waschbecken hat es in dem Bad wohl nicht mehr gereicht, sonst hätte das sicher auch fleißig mitgetropft). Mein zweites Hotel in Almaty war also kein Glücksgriff: Das heruntergekommene Äußere, das unfreundliche Personal und die muffeligen Zimmer hätte ich ja gern akzeptiert für 30 Dollar, aber so eine Nacht mache ich nicht noch einmal mit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht zuvor war ich für 120 Dollar im “Hotel Almaty” untergebracht. In meinem erst zwei Jahre alten Guidebook war dieses Hotel mit 10 Dollar pro Nacht als beste Adresse für Budgettouristen dargestellt, woraufhin ich mir vom Bahnhof ein Taxi direkt dorthin genommen hatte. Die Preissteigerung von 1200% überraschte mich natürlich einigermaßen, und ich beschloss mich nach einem günstigeren Schlafplatz umzuschauen. Da mich das hoteleigene Taxi natürlich nicht zur Konkurrenz bringen wollte, und mir das hiesige Bussystem (ob es da wirklich ein System gibt, sei mal dahingestellt) noch unbekannt war, machte ich mich zu Fuß auf den Weg die günstigen Hotels in der Innenstadt abzuklappern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit meinem gesamten Gepäck auf dem Rücken musste ich sehr auf der Hut sein möglichst nicht in das Blickfeld einer Milizstreife zu kommen. In Zentralasien gibt es immer noch zahlreiche Polizisten, die Jagd auf Touristen machen. Berichten zufolge kontrollieren sie den Pass (den man per Gesetz immer mit sich führen muss) und geben ihn erst gegen hohe Geldsummen wieder heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Stunde Fußweg durch das Zentrum stand ich etwas niedergeschlagen wieder vor dem “Hotel Almaty” und buchte das billigste Zimmer für eine Nacht. Auf meinem Weg hatte ich zwei Hotels gefunden, von denen aber eines vorübergehend geschlossen, und das andere mit der Begründung “ zu gefährlich” für Ausländer nicht zugelassen war. Nachdem ich mein 120 Dollar Zimmer bezogen hatte machte ich mich ohne Rucksack auf die Suche nach einer günstigeren Unterkunft für die folgenden Tage. Dabei stieß ich schließlich in einem heruntergekommenen Viertel in der Nähe des Bahnhofs auf das “Hotel Transit”, über das ich am Anfang geschrieben habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am dritten Tag traf ich durch einen glücklichen Zufall drei junge Norweger an einer Bushaltestelle, die sich für 10 Tage eine kleine Wohnung gemietet hatten. Bei ihnen konnte ich die restlichen 6 Tage bis zur Abfahrt meines Busses nach Urumqi einziehen. Ja, wenn man mitten in Zentralasien plötzlich Norweger trifft, ist das als würde man in Berlin jemanden aus dem heimatlichen schwäbischen Nachbardorf treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Almaty als Stadt hat nicht besonders viel zu bieten: 1,2 Mio. Einwohner besiedeln ein schachbrettartiges Muster aus alten Sowjetplatten und neueren Wohnsilos im chinesischen Schlösschenlook. Trotz allem ist mir dieses Land nicht unsympathisch. Es ist wunderbar sich in diesem Meltingpot der Kulturen zu bewegen (die auch noch alle russisch sprechen). Arabische, chinesische und russische Einflüsse mischen sich mit den Turkkulturen Zentralasiens. Die Tatsache, dass die Hautfarben so bunt durchmischt sind ist auch ein Grund warum man als Tourist kaum erkannt wird (außer natürlich man läuft mit einem Wanderrucksack und Stadtplan in der Hand durch das Zentrum). Ein weiterer Standortfaktor ist der hervorragende “Donner-Kebab” (Döner) den es hier an jeder Straßenecke gibt, und der alle mir bekannten Dönerspezialitäten in den Schatten stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen früh um 6:30 fährt mein Bus nach Urumqi. “Sayran Awtowoksal” heißt der Busbahnhof, ein riesiger dreckiger Platz vor der Stadt, auf den von allen Richtungen Busse brettern, und ihn ebenso wieder verlassen. Ich bin gespannt, ob das gut gehen wird.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-46809974083998881?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/46809974083998881/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=46809974083998881' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/46809974083998881'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/46809974083998881'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/03/bernachten-in-almaty.html' title='Übernachten in Almaty'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-5475785890733979925</id><published>2007-03-11T17:42:00.001+01:00</published><updated>2008-09-05T05:27:32.508+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenze'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Transsib'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Russland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kasachstan'/><title type='text'>Durch das wilde Kasachstan</title><content type='html'>&lt;div align="justify"&gt;&lt;b&gt;Irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. Maerz wurde der unbarmherzige Einreisestempel zum letzten Mal auf meinen Reisepass gehauen. Immigrationskarte, Visum, Zolldeklaration (das ist der Zettel, auf dem man ueberall "njet" ankreuzen muss) - alles hatte gestimmt. Die Truppe marschierte zum naechsten Abteil, und ich wischte mir den ueblichen Grenzschweiss von der Stirn. Jetzt war ich also in Kasachstan, einem Land, in dem die Bevoelkerungzahl Moskaus auf der Flaeche ganz Westeuropas lebt.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit insgesamt drei Tagen sitze ich bereits im Zug, und noch zwei Tage sind es bis Almaty, der groessten Stadt Kasachstans. Von dort aus sind es dann nur noch 30 Stunden Zugfahrt bis zu meinem Ziel Urumqi in Xinjiang (China). Den Fahrplan dafuer gabs auf der Homepage der Deutschen Bahn mit dem freundlichen Hinweis: „Achtung, es gilt Auslandstarif“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Abteil teilte ich mit drei Kasachen: einem „Komadirovka“ der kasachischen Armee und zwei jungen Burschen die auch nach Urumqi wollten. Einer spindelduerr mit chinesischen Zuegen und der andere wohlgenaehrt (gelinde gesagt) und wie ein Araber aussehend gaben sie ein lustiges Paerchen ab. Sie wollten in Urumqi irgendein „biznes“ (Business) starten, was genau konnte ich nicht herausbekommen. Auf jeden Fall luden sie mich sofort in ihre Wohnung in Almaty ein um dann mit ihnen mit dem Taxi nach Urumqi zu fahren. Mit dem Taxi!!! 800 km ueber den Tian-Shan Gebirgszug, im Winter! Das I-Tuepfelchen war die Begruendung es sei auch noch billiger als der Zug. Ich bin ja fuer Abenteuer aller Art immer gern zu haben, aber das ist dann doch zuviel. Ich lehnte dankend ab da mir die beiden auch nicht ganz geheuer waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Grenze wurde unser Zug von einer nie endenden Flut Haendlern bevoelkert. Sie draengelten sich durch den Gang und im Minutentakt schaute ein braungebranntes, dreckverschmiertes Gesicht in unser Abteil und pries mit strahlender Miene seine goldenen Uhren, eingelegten Gurken, Bustickets nach Usbekistan oder chineischen Handys an. Bei T-Shirts fuer unverschaemte 200 Tenge (ca. 1,2 EUR) konnten meine Reisegefaehrten nicht mehr wiederstehen, und kauften dem Haendler fast seinen gesamten Vorrat ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich interessierte mich mehr fuer die Landschaft, die ewige kasachische Hungersteppe. Zwei Tage lang nichts als Flachland, kein Baum, kein Strauch, keine Strasse. Waehrend am ersten Tag noch eine von Schnee bedeckte Grasebene zu sehen war, wurde es gegen Sueden immer trockener und steiniger. Das Gras verschwand, und man sah man statt dessen Bohrtuerme aus dem Boden spriessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, Kasachstan ist ein reiches Land. Unter der schlichten Landschaft verbergen sich immense Rohstofflager. Schade, dass nur eine kleine Elite von diesem Reichtum profitiert. Der grosse Rest der Bevoelkerung ist bettelarm. Am Morgen des 4. Tages nach Moskau war die Reise zu Ende. Um 6 Uhr stand ich am Bahnhof von Almaty wieder ganz allein mit meinem Rucksack in der Dunkelheit.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-5475785890733979925?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/5475785890733979925/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=5475785890733979925' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5475785890733979925'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/5475785890733979925'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2007/03/irgendwann-in-der-nacht-vom-4.html' title='Durch das wilde Kasachstan'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-468218111016381415</id><published>2004-03-24T09:29:00.003+01:00</published><updated>2008-09-09T15:19:31.592+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Irkutsk'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sibirien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Russland'/><title type='text'>Das Paris Sibiriens</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-weight: bold; "&gt;Jetzt möchte ich erst ein paar Daten zu Irkutsk und Umgebung loswerden. Irkutsk hat etwa 600 000 Einwohner und ist Hauptstadt des Irkutsker Oblast (vergleichbar mit Bundesland). Russland ist in 89 Oblasti eingeteilt. Der Irkutsker ist etwa doppelt so groß wie Deutschland und beherbergt etwa 2,5 Millionen Menschen (zum Vergleich: In Deutschland leben etwa 80 Millionen Menschen). Irkutsk liegt an der Angara, dem einzigen Abfluss des Baikalsee, etwa 50 km von ihm entfernt. Irkutsk ist für russische Verhältnisse eine sehr weltoffene Stadt.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In den Zeiten des Sozialismus gehörte sie zu den wenigen Städten Sibiriens, die für Ausländer geöffnet war. Inzwischen findet man hier neben restaurierten russischen Kirchen mit Zwiebeltürmen, Moscheen, Synagogen und buddhistische Tempel. Es gibt eine große Universität, ein berühmtes Theater und die einzige Fußgängerzone Sibiriens. Auf der anderen Seite ist die Kriminalität extrem hoch und ein großer Teil der Haushalte haben immer noch kein fließend Wasser. In Irkutsk befindet sich ein riesiges Wasserkraftwerk. Der Ganze Baikal wurde dabei um mehrere Meter angestaut, so dass ganze Dörfer versanken. Bis heute wurde das Kraftwerk noch nie zu mehr als 60% ausgelastet, ganz einfach, weil die Leute nicht mehr Strom brauchen. Ansonsten lebt Irkutsk hauptsächlich von der Rohstoffwirtschaft. In den Vorstädten befinden sich monströse Holz und Erdölkombinate, außerdem wird nicht weit von hier Kohle abgebaut.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es war ein Mittwoch, als ich das erste mal nach Irkutsk bin. Wir (Tim und ich) wollten mit unserem Kleinbus reinfahren. Zu diesem Schrottkübel muss ich noch kurz ein paar Worte loslassen. Es handelt sich um einen alten, kleinen Nissan-Van. Ich glaube jeder kennt die vom sehen: höher als lang, so schmal wie ein Trabi und ziemlich wackelig auf den Beinen. Er hat, wie viele Autos hier, das Steuer auf der rechten Seite, obwohl man hier auch auf der rechten Seite fährt. Das liegt daran, dass in Japan ausrangierte Wagen direkt hierher verscherbelt werden. Natürlich hat unser Kleinbus auch die Schrammen und Beulen, die hier einfach Pflicht für jedes Auto sind. Des weiteren hat die Fahrertür keinen Griff (mehr) und die Schiebetür geht nur halb zu. Vor jeder Fahrt muss man natürlich jegliche Flüssigkeiten nachfüllen, da alles ein Leck hat. Tanken muss man mit dem Eimer, da Benzin in Fässern billiger ist als an der Tankstelle. Während der Fahrt muss man alle 15 Minuten anhalten und die Türen aufmachen, weil der Auspuff irgendwie nach innen geleitet wird. Des Weiteren muss man nach jeder Fahrt den Schnee aus dem Kofferraum schaufeln, weil dort irgendwo ein Loch ist. Waehrend der Fahrt meint man das Auto verliere pro Meter etwa ein Teil, und man kann sich wegen dem Hoellenlärm ungefähr so gut wie in einer Disko unterhalten. Also, soviel zu unserem "Auto".&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist ein milder Tag, um die 20 Grad minus, aber die Februarstürme sind gerade voll im Gange, und machen die angenehmen -20 zu ziemlich kalten -40 Grad gefühlter Temperatur. Nach einiger Zeit hat Oleg, unser Fahrer, das Auto dann doch noch angekriegt. Jetzt müssen wir uns nur noch eine halbe Stunde gedulden. In Russland ist es so Sitte, das Auto eine halbe Stunde lang warmlaufen zu lassen, völliger Blödsinn find ich, aber egal. Schließlich fahren wir den Weg zur Strasse entlang. Bis jetzt sind wir noch im Wald, und es sind noch keine Schneewehen zu sehen. Mit 70 km/h brettert Oleg über den vereisten Weg. Bei jedem Schlagloch meint man jetzt sei es soweit. Nach fünf Kilometern kommen wir aufs offene Feld. In der Ferne ist schon die Strasse sichtbar. Jetzt kommen aber auch die Schneewehen. Oleg gibt noch mehr Stoff. Eine Ein-Meter-Schneewehe geht noch mit ein bisschen Schwung, aber alles darüber ist zu viel. Etwa 200 m vor der Strasse sitzen wir fest. Das Auto ist bis zur Frontscheibe in den Schnee eingegraben. Zum Glück liegen Schaufeln im Kofferraum. Obwohl es noch mehr Schaufeln hätte, blieben die zwei Frauen wie selbstverständlich im Auto sitzen. Nicht dass ich das schlimm fände, so ist das hier einfach. Im Gegenzug wird hier kein Mann sich dazu bewegen, vom Tisch aufzustehen, um etwas zu holen. Ein bisschen veraltet, diese Mentalität.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Draußen weht ein eiskalter Sturm von Norden her. Zuerst mal hat er mir die Schaufel aus der Hand geweht. Dann haben wir zu dritt angefangen das Auto auszugraben. Nach einer halben Stunde war es frei, aber vor uns lagen noch ein paar solche Schneewehen. Nach zwei Stunden hatten wir letztendlich die 200 m bis zur Strasse geschafft. Zwischendurch haben wir einmal Pause gemacht, um Schokolade zu essen. Die Kälte raubt enorm viele Kräfte wenn man draußen ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf der Strasse angekommen ging es dann schnurstracks die 50 km nach Irkutsk. Das erste was ich von Irkutsk sah, war ein riesiges Betonschild über der Strasse, auf dem in fetten Buchstaben "Irkutsk" stand. Der Sowjetstern daneben war einfach weggehämmert. Nach etwa fünf Minuten konnte man die Stadt erspähen. Dann mussten wir erst mal die "Stadtmauer" passieren. Das ist einfach eine Betonbarrikade, die von der Armee kontrolliert wird. Wir durften jedoch ohne Probleme passieren. Irgendwie hat mich das an Israel erinnert. Dann ging es weiter, vorbei an den qualmenden Schloten der Kombinate, durch Viertel, in denen die Menschen in Holz- und Blechhütten wohnten, vorbei an endlosen, gleich aussehenden Reihen hässlicher Plattenbauten bis ins Zentrum. In einer Russischen Stadt die Stadtmitte zu finden ist ganz einfach: Man fahre solange in die Stadt rein, bis man auf die Uliza Lenina (Leninstrasse) treffe. Auf ihr fahre man dann solange, bis sie die Uliza Karla Marxa (Karl-Marx-Strasse) kreuze. Dann ist man genau im Zentrum.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf jeden Fall ließ uns Oleg irgendwo im Zentrum raus. Ich hatte eigentlich versucht, mich russisch zu kleiden, aber irgendwie haben uns alle komisch angeschaut. Die haben alle gleich gemerkt, dass wir Ausländer sind. Russen tragen entweder dunkle Farben (schwarz oder dunkelgrau) oder Fleckentarn, der auch bei Frauen sehr beliebt ist. Die Armee hat hier halt immer noch einen sehr hohen Stellenwert. So gut wie jeder hat ein Pelzmütze, Pelzhandschuhe und Filzstiefel an. Außerdem läuft hier jeder mit einer Plastiktüte rum, ich hab noch nie jemand mit Rucksack gesehen, aber dazu komm ich spaeter noch. Während wir so überlegen, was wir jetzt als erstes machen, macht es hinter mir plötzlich "uiuit", wie wenn jemand in einem Holywoodfilm seine Limousine aufschließt. Ich dreh mich um und seh hinter mir einen feine Dame, die mit ihrer Fernbedienung gerade ihren verrosteten Lada Baujahr Vorkriegszeit aufschließt. Nachdem sie das Lenkradschloss entfernt hat holt sie unter dem Sitz eine Kurbel hervor, steckt sie vorne in den Kühlergrill und kurbelt so ihr Auto an, mir ist echt der Mund offen geblieben.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf den Strassen sieht man hier entweder ausrangierte japanische Autos, oder russische Modelle. Ab und zu sieht man mal einen Mercedes S-Klasse oder einen amerikanischen Geländewagen. Mittelklasseautos wie einen VW oder einen Renault hab ich hier noch nie gesehen. Nicht zu übersehen sind hier auch die vielen Holz- und Kohlelaster, meist alte russische Modelle, total nostalgisch. Die Strasse bestehen aus in den Schnee gefahrenen Spurrinnen, geraeumt wird nicht. Die Strassen sind spiegelglatt. Jeder gibt Gas so gut er kann.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Tim schlug dann vor, wir könnten erst mal ein Schaschlik essen gehen. Damit war ich voll und ganz einverstanden. Nach dem kargen Essen im Dorf hatte ich mal wieder so richtig Lust auf etwas Deftiges. Außerdem wollte ich auch mal gern ein russisches Restaurant sehen. Das Restaurant sah dann so aus: Am Straßenrand stand ein Mongole mit Frau hinter einem kleinen Grill. Daneben stand eine Bierbank, ein Biertisch und ein Sonnenschirm mit Palmenstrand drauf. Der Grillmeister war nett, ließ mit sich handeln und die Schaschliks waren gut. Dazu gab es einen Plastikbecher Instant-Kaffee. Als Polster diente ein Stück Pappe und als Tischdecke eine Plastikfolie. Irgendwie fand ich es stylisch, bei minus 20 Grad unter einem Sonnenschirm mit Palmenstrand zu sitzen. Dann sind wir erstmal Richtung Marktplatz gelaufen, und was ich dort gesehen habe, hat mich richtig geschockt: Eisbuden, eine neben der anderen. Ich meine Speiseeis, am Stiel oder in der Waffel. Das ist einfach der Hammer. Naja, ich hab keins gegessen, mir war es kalt genug.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann sind wir erst mal einkaufen gegangen. Supermarkt gibt es hier keinen. Es gibt nur kleine Stände und Kiosks, höchstens 1,50 m breit. Zum Beispiel ein Haushaltswarenkiosk hat hier vielleicht eine Waschmaschine, zwei Wasserkocher, zwei verschiedene Besteck-Sets, und das wars, der Nächste hat vielleicht etwas anderes im Sortiment. Die einzigen Läden, die mehr als eine Person Verkaufspersonal haben, sind vom Westen gesponserte Geschäfte wie Adidas, Panasonic oder Kodak. Am originellsten finde ich hier aber die Tütenstände: Hier werden Plastiktüten aller berühmten westlichen Marken verkauft. Der neuste Hit ist gerade eine Plastiktüte mit einem BMW-Logo drauf.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Einkaufen ist hier gar nicht so einfach. Es gibt im Grunde genommen fast alles, aber man muss es erst mal finden. Hier gibt es nicht einfach einen Baumarkt oder einen Müller. Außerdem kann es sein, man kauft an einem Kiosk 10 Artikel, bekommt aber keine Tüte dazu, dafür gibt es ja die Tütenstände. Selbstbedienung ist nirgends angesagt. An jedem Stand ist jedes Produkt schön, säuberlich mit Preis ausgestellt. Man zeigt dann auf das entsprechende Produkt und der Verkäufer holt es unter dem Ladentisch hervor. Oft ist aber die verfügbare Menge unter dem Ladentisch sehr gering, wie zum Beispiel neulich beim Zigaretten kaufen. Ich rauche jetzt "Pjotr Adin" (Peter der Erste). Die schmecken fast wie blaue Gaulloises und befinden sich in der mittleren Preisklasse, d.h. die Schachtel kostet 2,80 Rubel (umgerechnet ca. 8 Cent). Natürlich musste ich mich für eine gute Zeit eindecken, weil ich nicht wusste, wann ich wieder nach Irkutsk kommen würde. Also bestellte ich gleich eine ganze Stange. Der Verkäufer meint, er habe nur noch drei Schachteln. Zwei holt er unter dem Tisch hervor und eine nestelt er umständlich aus der schönen Dekoration. Der nächste Stand hat immerhin fünf Schachteln, und der übernächste hat zwei. Also musste ich drei Stände leerlaufen, nur um eine Stange Zigaretten zu bekommen. So ging es mir bisher ziemlich oft.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann gingen wir noch kurz nach "Südostasien", den Chinesenmarkt. Hier nehmen Qualität und Preis noch stärker ab, als auf russischen Märkten. Überhaupt ist Qualität hier ein Fremdwort. Glühbirnen zum Beispiel halten hier höchstens zwei Wochen. Das ist total lästig. Ich weiß nicht wie lange sie bei uns halten, aber auf jeden Fall einiges länger.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach einem anstrengenden Einkaufstag nehmen wir uns eine Marschroutka (Sammeltaxi) zu Tims Wohnung. Er hat sich hier in so einem Plattenbau ein Zimmer untergemietet. Das war meine erste und hoffentlich letzte Nacht in einem russischen Plattenbau. Die Philosophie ist hier so: Die Plattenbauten werden mit Strom beheizt, den es ja in Hülle und Fülle gibt. Heizungsregler gibt es nicht, viel zu aufwendig und teuer die einzubauen. Es wird einfach so stark geheizt, dass es auf jeden Fall jedem warm ist. Wem es zu warm ist, der kann ja das Fenster aufmachen. Tim hat in seinem Zimmer Tag und Nacht das Fenster offen, aber ich konnte trotzdem nicht schlafen, so heiß war es.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am nächsten morgen hab ich mich alleine auf den Heimweg gemacht, weil Tim noch etwas in Irkutsk bleiben musste. Zuerst bin ich mit der Straßenbahn zum Busbahnhof gefahren, und wollte mir dort ein Ticket kaufen. In Russland sollte man ein paar Regeln beachten: Halte dich von Besoffenen fern, geh nachts nicht alleine durch die Stadt, und wenn, dann auf keinen Fall durch Parks. Ersteres wurde mir dadurch erschwert, dass der ganze Busbahnhof voll von besoffenen, komischen Gestalten war. Ich hab mich dann aber an einer der ewigen Schlangen angestellt, um ein Ticket zu kaufen. Nach langem Warten, machte die Verkaeuferin zwei Leute vor mir ihren Schalter zu, sie habe Mittagspause. Ich hatte mich nun eine halbe Stunde angestellt, und jetzt macht die dumme Kuh zu. Dann stellte ich mich an dem naechsten Schalter an, aber dann kamen da so komische Gestalten die Geld wollten, da hatte ich kein Bock mehr. Ich bin aus dem eckligen Busbahnhof rausgerannt, und hab mir einen Taxi zum Dorf genommen, fuer 350 Rubel (10 Euro). Bis heute ist mir der Busbahnhof noch total unsympathisch, an alles andere hab ich mich so ziemlich gewoehnt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-468218111016381415?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/468218111016381415/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=468218111016381415' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/468218111016381415'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/468218111016381415'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2004/03/das-paris-sibiriens.html' title='Das Paris Sibiriens'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-4977081283985849276</id><published>2004-02-27T13:58:00.003+01:00</published><updated>2008-09-09T15:18:16.543+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sibirien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Russland'/><title type='text'>Dorfleben auf Russisch</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-weight: bold; "&gt;Seit fast drei Wochen arbeite ich jetzt in dem Behindertendorf „Talisman Istok“ bei Irkutsk/Sibirien. Mittlerweile habe ich mich an die Kaelte gewöhnt. Auch mit der Sprache geht es jetzt schon besser, vor allem, weil viele Worte dem Deutschen sehr ähnlich sind. Am besten finde ich das russische Wort für „Sandwich“, nämlich „Budderbrod“, oder das russische Wort für „Servicepoint“, nämlich „Infopunkt“.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Woran ich mich noch nicht ganz gewöhnt hab, ist die Lebensart hier. Die Leute leben einfach in den Tag hinein, ohne zu planen, ohne groß nachzudenken. Man lebt hier von der Hand in den Mund. Probleme gehören zur Tagesordnung, und werden bekämpft wenn sie auftreten, und nicht von vorn herein. Wenn es zum Beispiel kaum noch Feuerholz gibt, denkt niemand daran zu sparen, oder neues zu holen. Wenn es dann aus ist heißt es: „Oh, wir haben ja gar kein Holz mehr, jetzt müssen wir halt ne Weile frieren, bis neues da ist, so ist das Leben“.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Erst mal möchte ich etwas zur geografischen Lage sagen. Irkutsk liegt in Südost-Sibirien, ca. 50 km vom Baikalsee, und ca. 8000 km von Mitteleuropa entfernt. Bis zum nächsten Meer, dem Gelben Meer, sind es ca. 3500 km, ziemlich weit. Obwohl Irkutsk etwa auf dem selben Breitengrad wie Hamburg liegt, ist Klima und Vegetation hier komplett anders. Der Niederschlag ist sehr gering (etwa ¼ so hoch wie in Deutschland), dafür kann es über das Jahr Temperaturunterschiede von bis zu 100 Grad Celsius geben. Es gibt Winter, in denen es hier -60 Grad kalt wird, und Sommer, in denen es 40 Grad heiß wird. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Birken- und Kiefernwäldern, sowie aus unbewachsenen Steppen- und Moorlandschaften. Nur 500 km südlich von hier erstreckt sich die Wüste Gobi, und nur 1000 km nördlich von hier erstreckt sich die ewig gefrorene, unbewachsene Tundra.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Dorf „Talisman Istok“ liegt ca. 50 km nördlich von Irkutsk, einer Stadt von der Größe Stuttgarts. Bis zur nächsten Strasse sind es 7 km, zu Fuß ist das ganz schön weit. Bis 1990 war das Dorf ein Stützpunkt der Roten Armee. Das hat viele Vor-, aber auch Nachteile für das Leben hier. Das Dorf ist für sibirische Verhältnisse fast schon luxuriös mit Infrastruktur versorgt: Es gibt fließendes Wasser, solange die Pumpe nicht einfriert, und rund um die Uhr Strom, wenn er nicht gerade ausfällt. Inzwischen gibt es sogar ein Telefon, wenn man das so nennen kann: Die Gespräche werden per Radiowellen nach Irkutsk weitergeleitet, d.h. man hört jedes Wölkchen zwischen der Empfangstation und dem Dorf.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Nachteile sind die Altlasten der Roten Armee. Die Gebäude sind zwar zum Teil schon renoviert, aber dazwischen sieht man überall noch die alten Bunkeranlagen und vor sich her faulenden LKW-Wracks. Während dem Kalten Krieg waren hier Kurzstreckenraketen und Flugabwehr stationiert, anscheinend keine Atomsprengköpfe, aber da ist sich niemand so ganz sicher.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Hier leben zwoelf Betreute und acht Betreuer, aber das ändert sich auch jeden Tag. Außer mir und Tim (auch ein Zivi aus Deutschland) alles Russen. Außerdem haben wir zwei Kühe, drei Kälbchen, drei Schweine, eine Hand voll Hühner, zwei Hähne, zwei Hunde und eine Katze. Gearbeitet wird im Garten (nur im Sommer), in der Holzwerkstatt und in der Keramikwerkstatt. Natürlich muss sich auch jemand um die Tiere und den Haushalt kümmern.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Außerdem gibt es hier noch eine Branche, die es in Deutschland nicht in dem Maße gibt: Die Bekämpfung der Kälte. Sie nimmt jetzt im Winter etwa die Hälfte der Arbeitszeit ein. Man muss regelmäßig Holz sägen, Hacken, nachlegen, die Heizung überprüfen, Wasser nachfüllen. Morgens muss man das Futter für die Schweine auftauen, und Abends darf man nicht vergessen, den Wasserhahn aufzudrehen, da er sonst einfriert. Regelmäßig muss man die Eisschicht in den Trinktrögen der Tiere aufhacken, und regelmäßig muss man das Auto warmlaufen lassen, da es sonst nicht mehr anspringt. Die Pumpstation wird rund um die Uhr von 18 Kilowatt beheizt, fällt der Strom aus, friert sie ein. Vergisst man mal Holz nachzulegen, friert die Heizung ein. Ist erst mal etwas eingefroren, beginnt die richtige Arbeit. Das Schweißgerät wird dazu missbraucht, die entsprechende Wasserleitung unter Starkstrom zu setzen, und sie somit zum Glühen zu bringen. Ansonsten helfen Drahtseil, heißes Wasser und Salz. Die Russen haben da sehr viel Erfindungsreichtum. Neulich wurde ein Feuer unter dem Auto entfacht, weil es nicht mehr ansprang.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Essen hier ist sehr einfach und „äußerst abwechslungsreich“: Morgens Kascha (Pampe) mit Brot, Mittags Suppe mit Brot und Abends auch Suppe mit Brot. Butter gibt es nur morgens, Fleisch nur an Feiertagen und Paese nie, ganz einfach, weil es zu teuer ist. Das Dorf lebt von dem wenigen, was es durch den Verkauf der Produkte aus der Holz- und Keramikwerkstatt verdient, von den Pensionen der Betreuten und von Spenden aus dem Westen. Letztere fließen vor allem weil die Einrichtung anthroposophisch ist. In vielen Bereichen mag das sicher zutreffen, aber mit allem bin ich nicht einverstanden. Es werden zum Beispiel die billigsten Nahrungsmittel gekauft, aber die nächste Anschaffung soll ein Satellitenschüssel sein. Die Glotze läuft hier eh schon fast den ganzen Tag. Auch verstehe ich nicht, warum die Häuser mit einem Überfluss an Asbest isoliert werden, wo doch jeder weiß, dass das Zeug nicht gerade gesund ist. Des weiteren verstehe ich nicht, warum hier jeden Tag eine Karotte in die Suppe geschnibbelt wird, wo man sie dann eh nicht mehr schmeckt, anstatt einmal in der Woche einen leckeren Karottensalat zu machen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich verstehe hier so manches nicht, und viele verstehen mich nicht. Ich werde als „Workaholik“ bezeichnet, wenn ich in der Mittagspause Holz hacke, obwohl ich nur das Nötigste tue um nicht zu frieren. Wenn hier jemand grad kein Holz mehr hat, baut er halt den nächsten Zaun ab. „Im Sommer, wenn man ihn braucht, kann man ihn ja wieder aufbauen“.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein riesen Problem ist hier auch, dass es keine qualifizierten Mitarbeiter gibt. Niemand hat eine Ahnung von Viehzucht, ich auch nicht. Nur weil ich gesagt hab, ich hätte mal auf einem Bauernhof gearbeitet, wurde mir sofort die Verantwortung über die Tiere gegeben. Inzwischen kann ich zwar melken, aber woher soll ich wissen, ab wann man ein Kälbchen von der Mutter trennt, und wieviel Milch es dann wann und wie oft erhält? Hier kann es mir niemand sagen. Ich hätte Lust mich in Deutschland gleich hinter die Bücher zu klemmen, um alle diese Dinge zu wissen, die man in Deutschland nicht braucht, die aber hier zum Überleben notwendig sind. Der einzige der Ahnung von seinem Metier hat ist Genadij, unser Schreiner. Aber als ich ihm neulich zugeschaut hab, wie er die Hobelmaschine repariert hat, war ich davon auch nicht mehr so überzeugt: Mit Brecheisen und Fäustel, dabei macht das doch jeder normale Mensch mit einem Schraubenzieher und einem Satz Schraubenschlüssel.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Leben hier ist sehr einfach und sehr anstrengend, aber man lernt die wenigen Dinge die man hat umso mehr zu genießen. Man lernt vorauszudenken, weil hier wird einem das Denken nicht wie in Deutschland abgenommen. Belohnt wird man durch die wunderschöne, unberührte Natur, die klare Luft, die herrlichen Sonnenauf- und –untergänge, die Stille ringsum und die Gastfreundschaft der Russen. Die glutrote Sonne ist gerade am Horizont verschwunden. Wieder ist ein erlebnisreicher Tag rum.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-4977081283985849276?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/4977081283985849276/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=4977081283985849276' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/4977081283985849276'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/4977081283985849276'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2004/02/seit-fast-drei-wochen-arbeite-ich-jetzt.html' title='Dorfleben auf Russisch'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7844983886721390319.post-44585586878413770</id><published>2004-02-11T13:42:00.002+01:00</published><updated>2008-09-08T13:51:39.723+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Moskau'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Transsib'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sibirien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Russland'/><title type='text'>Die Reise nach Sibirien</title><content type='html'>&lt;p align="justify"&gt;&lt;b&gt;Losgefahren bin ich am Montag den 26. 1. um 7:00 mit dem Bus nach Tallin. Von dort aus ging es mit dem Bus weiter nach St. Petersburg. Kaum war ich in Russland, ist mir auch schon das erste Malheur passiert. Mein Bus kam also planmäßig um 7:00 morgens in St. Petersburg am Bahnhof an. Dummerweise aber am Baltischen Bahnhof, mein Zug nach Moskau jedoch fuhr von Moskauer Bahnhof. Da stand ich also ohne einen Satz Russisch zu können in der Dunkelheit mitten in St. Petersburg. Die Geschäftsleute nahmen gerade ihr Frühstück, alle hatten es eilig, an den Fahrkartenschaltern konnte niemand Englisch und die Milizen waren ausnahmslos angetrunken.&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Nach einigen ziemlich verplanten Stunden (zum Glück hatte ich genügend Zeit) fand ich dann doch einen Fahrkartenschalter hinter dessen Panzerglasscheibe jemand Englisch sprach. Die Dame hat mich dann sogar netterweise bis zur richtigen Metro-Bahn begleitet. Das Metro fahren in St. Petersburg muss man sich so vorstellen: Man wird von einem drängelnden, hastenden Menschenstrom auf eine rasend schnelle, laute Rolltreppe geschoben. In einem dunklen Tunnel geht es in die Tiefe, dessen Ende man nicht erkennen kann. Nach etwa einer halben Minute Fahrt kann man das Ende erahnen. Unten angekommen steht man plötzlich in einem riesigen, prächtigen Saal, reich verziert mit Gold, Marmor und Gemälden. Von der Decke hängen riesige, glitzernde Kronleuchter, wie in einer Kirche. Nur die Gleise auf beiden Seiten, und die vielen Menschen stören die andachtsvolle Stimmung. Am Moskauer Bahnhof nahm ich dann meinen Zug und stieg in Moskau problemlos in die Transsib um.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Die Transsib ist echt ein total gemütlicher Zug. Die Wagen hab ich nie gezählt, auf jeden Fall sind es sehr sehr viele. Vorne hängen zwei überdimensionierte sowjetische Dieselloks, die den Zug mit 80 km/h durch die Taiga ziehen. Jeder Waggon hat etwa 12 Vierbettabteile, einen Samowar für heißes Wasser, zwei Plumpsklos, eine Raucherecke und eine kleine Bar für Kaffee, Tee und Snacks. Außerdem wird jeder Waggon von zwei Waggonschaffnerinnen bewacht, die sich im 12-Stunden-Takt abwechseln. Auf dem Boden liegen Perserteppiche und die Gänge sind mit schönen Gardinen und weniger schönen Plastikblumen geschmückt.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Während der Fahrt lernt man schnell Leute kennen: Mal lädt das Nachbarabteil zu einer Runde Kartenspielen mit Wodka ein, mal teilt man seine Mahlzeit mit seinem Abteilgenossen. Unterhalten hab ich mich meistens mit Händen und Füssen. Wenn der Zug mal hält (alle zwei bis drei Stunden), dann richtig, und gleich eine halbe Stunde. Da hat man genug Zeit sich auf dem Bahnsteig bei den Babuschkas mit Lebensmitteln einzudecken. Ansonsten wird auch alles im Zug zu unverschämt billigen Preisen angeboten.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Ab und zu wird der Zug von der Miliz kontrolliert. Bei Kasan zum Beispiel war ich gerade mit einem etwas zwielichtigen Typ aus Tadschikistan in einem Abteil, als ein Milizionär herein getorkelt kam und unsere Pässe sehen wollte. Meinen hab ich gleich wiederbekommen, aber der Tadschike musste sein Gepäck zeigen, was eigentlich nur aus einer Hugo-Boss-Plastiktüte bestand. Darin befand sich jedoch eine ganze Flasche voll Gras. Ich hab gedacht, den nehmen sie bestimmt mit, aber der Milizionär hat nur gelacht, und sich eine Hand voll in die Tasche gesteckt.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Solche suspekten Zwischenfälle gab es aber sonst kaum. Die Reise mit der Transsib ist einfach traumhaft. Man fährt fast nur durch unberührte Natur: endlose Birkenwalder, wunderschöne Sonnenuntergänge, Riesige zugefrorene Flüsse, verschneite sibirische Dörfchen. Städte kündigen sich durch schwarze Qualmwolken an, die aus den Schornsteinen der monströsen Kombinate stammen. Außerdem fängt der Zug schon einige Kilometer vor der Stadt an zu bremsen. Insgesamt machen die Städte keinen schönen Eindruck: quadratisch in die Landschaft gedonnert, wie aus dem Boden gestampft. Erst kommen die riesigen Industriekombinate, dann die Slums, und in der Mitte Plattenbauten, systematisch nebeneinander.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Von der Kälte bekommt man im Zug relativ wenig mit. Wie in allen russischen Haushalten wird dort so kräftig eingeheizt, dass man im T-Shirt und Kurzer Hose rumlaufen kann. In der Raucherecke jedoch wurde ein Fenster ganz nach russischer Art durch Pappe ersetzt. Ich hab die Kippe jeden Tag schneller geraucht. Auch die Übergänge zum nächsten Waggon sind recht abenteuerlich: man balanciert auf einem schmalen, wackeligen, vereisten Steg und kann dabei wunderbar auf die Schienen sehen.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;So richtig hab ich die Kälte aber erst beim Aussteigen gespürt. Ich kam am Sonntag den 1. 2., also fast eine Woche später, in Irkutsk an. Insgesamt hab ich damit fast 8000 Kilometer in sieben Tagen zurückgelegt. Dabei hab ich sieben Zeitzonen durchfahren, d.h. jeder Tag war eine Stunde kürzer, das war schon ein bisschen komisch.&lt;/p&gt;&lt;p align="justify"&gt;Als ich ausstieg, war der erste Atemzug so, als hätte ich gerade eine Tube Mentholzahnpasta gegessen: Total frisch, kristallklar und beißend kalt. Ich wurde gleich mit den Worten empfangen: "It's very warm, ist just 24 degrees" (In Russland sagt man bei Temperaturangaben, genau umgekehrt wie bei uns, nur das Pluszeichen dazu). Die Kälte hier ist irgendwie total schön: Sie ist furztrocken, total erfrischend, und solange kein Wind weht absolut auszuhalten, vorausgesetzt man zieht sich warm an. Hier scheint fast immer die strahlende Sonne, und lässt alles funkeln und glitzern. Sogar der Atem und die Luft glitzern vor Eiskristallen. Hier in dem Behindertendorf mitten in der Taiga, in dem ich jetzt wohne und arbeite, wird die Kälte allerdings ziemlich schnell sehr lästig, weil einfach alles ein- und anfriert.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7844983886721390319-44585586878413770?l=jakob-steigerwald.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/feeds/44585586878413770/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7844983886721390319&amp;postID=44585586878413770' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/44585586878413770'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7844983886721390319/posts/default/44585586878413770'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jakob-steigerwald.blogspot.com/2004/02/die-reise-nach-sibirien.html' title='Die Reise nach Sibirien'/><author><name>Jakob Steigerwald</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13367187227807625949</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_ISgh9DErRSo/SWCPnZwLwaI/AAAAAAAAPX0/1WoSfQ50Zms/S220/Jakob140.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
